Ein Homepage-Baukasten reicht für eine einfache Firmenpräsenz mit wenigen Seiten, solange Sie selbst Zeit für Texte, Struktur und Pflege aufbringen wollen. Sobald mehrere Leistungsseiten, ein wachsendes Team oder eine gezielte Sichtbarkeit bei Google dazukommen, stößt der Baukasten an Grenzen, die nur ein Freelancer, eine Agentur oder ein Website-Abo auflösen. Welches Modell passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Betriebsgröße und davon, wie viel Zeit im Betrieb tatsächlich für die Website übrig bleibt.

Was ein Homepage-Baukasten wirklich leistet

Wix, Jimdo, Squarespace und ähnliche Anbieter kosten für einfache Tarife 10 bis 30 Euro im Monat, mit Shop- oder Buchungsfunktion eher 30 bis 50 Euro und mehr. Domain und Hosting sind meist enthalten, Vorlagen für Startseite, Leistungen und Kontakt lassen sich per Drag-and-drop bestücken. In wenigen Stunden steht eine erste Version online, das ist der große Vorteil gegenüber jedem Projekt mit externem Dienstleister.

Für einen Solo-Betrieb mit einer Leistung, einem Einzugsgebiet und dem Ziel „online auffindbar sein, wenn jemand meinen Firmennamen sucht” ist das oft genug. Die Grenze liegt bei allem, was über eine einfache Visitenkarte hinausgeht: mehrere Leistungsseiten mit jeweils eigener Suchintention, ein Team mit einzelnen Profilen, ein regelmäßig aktualisiertes Projektarchiv. Baukasten-Templates sind auf breite Nutzbarkeit ausgelegt, nicht auf die Struktur, die für lokale Suche bei mehreren Leistungen sinnvoll wäre.

Ein weiterer Punkt, der beim ersten Test selten auffällt: Fehlende Funktionen holen Sie meist über Zusatz-Apps nach, ein Buchungskalender hier, ein Bewertungs-Widget dort. Jede App bringt eine eigene Monatsgebühr mit, sodass die anfangs niedrige Grundgebühr über ein bis zwei Jahre spürbar steigt, ohne dass sich am Grundgerüst der Website etwas ändert.

Wo der Eigenbau Zeit frisst, die niemand einplant

Der Zeitaufwand fürs Aufsetzen wird meist realistisch eingeschätzt, ein Nachmittag, vielleicht zwei. Unterschätzt wird, was danach kommt: Texte für jede Leistungsseite, Fotos vom Betrieb und von Projekten, laufende Aktualisierungen bei neuen Leistungen oder Preisen, und die Einarbeitung in ein Werkzeug, das Sie vielleicht zweimal im Jahr öffnen. Jede dieser Aufgaben landet bei Ihnen oder bei einer Person im Betrieb, die eigentlich andere Aufgaben hat.

Dazu kommt die Wartezeit bis zur ersten funktionierenden Version. Wer den Baukasten neben dem Tagesgeschäft bedient, braucht für eine vollständige Website mit sechs bis acht Seiten oft mehrere Wochen, verteilt auf Abende und ruhigere Stunden. Bei einem Freelancer, einer Agentur oder einem Abo-Anbieter läuft dieselbe Arbeit parallel zu Ihrem Alltag, mit einem festen Termin für den Livegang.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Elektrobetrieb mit vier Mitarbeitenden entscheidet sich für einen Baukasten, weil die 25 Euro im Monat auf den ersten Blick am günstigsten wirken. Der Inhaber baut die Website an zwei Wochenenden auf, mit Startseite, einer allgemeinen Leistungsseite und Kontakt. Drei Monate später kommen zwei neue Leistungen dazu, die er im Baukasten nachträgt, allerdings ohne eigene Unterseiten, weil das Anlegen und Verlinken neuer Seiten im gewählten Template umständlich ist. Die Website bleibt bei einer Seite für alle Leistungen stehen, während Wettbewerber mit eigenen Leistungsseiten in der lokalen Suche vorbeiziehen.

Ein vergleichbarer Betrieb entscheidet sich stattdessen für ein Website-Abo mit klarer Seitenstruktur für jede Leistung von Anfang an. Die monatliche Rate liegt höher, dafür übernimmt der Anbieter das Anlegen neuer Leistungsseiten, wenn das Angebot wächst, ohne dass der Inhaber selbst ins Baukasten-System einsteigen muss. Der Unterschied zeigt sich nicht im ersten Monat, sondern nach einem Jahr Betrieb, wenn sich zeigt, wie viel Pflegeaufwand tatsächlich bei Ihnen hängen bleibt.

Freelancer oder Agentur: was zusätzlich reinkommt

Ein Freelancer baut Ihnen eine individuelle Website, meist auf WordPress-Basis, für rund 1.500 bis 5.000 Euro einmalig, dazu 50 bis 150 Euro im Monat für Hosting und kleinere Änderungen. Sie bekommen einen persönlichen Ansprechpartner und oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, tragen aber das Risiko einer einzelnen Person: Ist sie im Urlaub, krank oder ausgebucht, warten Sie auf jede Änderung.

Eine Agentur kalkuliert für ein vergleichbares Projekt 3.000 bis 10.000 Euro, bei mehreren Standorten oder komplexeren Anforderungen auch deutlich mehr, dazu 100 bis 250 Euro im Monat für Betreuung. Dafür arbeitet ein Team aus Konzeption, Design und Technik, mit klaren Ansprechpartnern für unterschiedliche Themen. Nach dem Launch endet die enge Begleitung meist, weitere Änderungen laufen über gesonderte Rechnungen oder einen Wartungsvertrag. Eine ausführliche Aufschlüsselung aller vier Modelle samt Fünf-Jahres-Rechnung finden Sie im Artikel Was kostet eine Website für Handwerker.

Entscheidungsmatrix nach Betriebsgröße

Die Betriebsgröße sagt mehr über das passende Modell aus als das verfügbare Budget allein, weil sie bestimmt, wie viele Leistungsseiten, wie viel Pflegeaufwand und wie viel interne Zeit realistisch zur Verfügung stehen.

BetriebsgrößeTypische AnforderungPassendes ModellWarum
Einzelunternehmer, eine LeistungKontakt, Leistung, ReferenzenBaukasten oder Website-AboWenig Struktur nötig, geringer Pflegeaufwand
Kleiner Betrieb, 2 bis 10 MitarbeitendeMehrere Leistungsseiten, Team, EinzugsgebietFreelancer oder Website-AboIndividuelle Struktur nötig, aber ohne großes Konzeptbudget
Betrieb mit 10 oder mehr MitarbeitendenMehrere Standorte oder Gewerke, größere Content-MengeAgentur oder Website-Abo mit erweitertem PaketKonzeption und Projektsteuerung zahlen sich aus
Wachsender Betrieb, geplante ErweiterungStruktur soll mitwachsen, ohne Neuaufbau bei jedem SchrittWebsite-AboLaufende Änderungen und neue Seiten ohne Einzelrechnung

Die Matrix ist eine Orientierung, kein starres Schema. Ein Zwei-Personen-Betrieb mit hohem Anspruch an das Design kann trotzdem bei einer Agentur richtig sein, ein zwanzigköpfiger Betrieb mit einfachem Auftritt kommt mit einem Abo ebenso gut zurecht. Wichtiger als die Mitarbeiterzahl selbst ist, was dahintersteht: wie viele Leistungen einzeln beworben werden sollen, wie oft sich das Angebot ändert, und wer im Betrieb überhaupt Kapazität hat, sich mit der Website zu beschäftigen, wenn kein externer Dienstleister das übernimmt.

Website-Abo als Mittelweg zwischen Baukasten und Agentur

Ein Website-Abo verbindet die professionelle Umsetzung von Freelancer oder Agentur mit der Kalkulierbarkeit eines Baukastens. Erstellung, Hosting, Wartung und laufende Textänderungen sind in einer monatlichen Gebühr enthalten, meist zwischen 45 und 250 Euro, abhängig vom Anbieter und Funktionsumfang. Für Betriebe, die weder Zeit für den Eigenbau noch ein größeres Projektbudget für eine Agentur haben, schließt das die Lücke zwischen den beiden Extremen.

Der Unterschied zum Baukasten liegt in der Arbeitsteilung: Struktur, Text-Feinschliff und technische Pflege übernimmt der Anbieter, Sie liefern die inhaltlichen Angaben zu Ihrem Betrieb. Der Unterschied zur Agentur liegt in der laufenden Einbindung von Änderungen ohne gesonderte Rechnung, was besonders bei häufigen Preis- oder Leistungsänderungen den Betrieb entlastet.

Checkliste für Ihre Entscheidung

Bevor Sie sich festlegen, klären Sie im Betrieb vier Fragen:

  • Wie viele Leistungsseiten brauchen Sie heute, und wie viele in zwei Jahren?
  • Wie viel Zeit können Sie oder eine feste Ansprechperson wöchentlich für Texte und Pflege aufbringen, wenn die Website live ist?
  • Wie wichtig ist Auffindbarkeit über Google für neue Anfragen, im Vergleich zu Empfehlungen und Bestandskunden?
  • Planen Sie in absehbarer Zeit weitere Standorte, Leistungen oder mehr Mitarbeitende, die auf der Website sichtbar sein sollen?

Je klarer die Antworten, desto eindeutiger fällt die Wahl zwischen Baukasten, Freelancer, Agentur und Abo. Wer zusätzlich einen Anbieter vergleichen will, findet in den 12 Fragen an jeden Website-Anbieter eine Checkliste für das Erstgespräch.

Wir betreiben mehrere hundert Unternehmens-Websites im Abo-Modell für Handwerks- und Gewerbebetriebe. Unsere drei Pakete starten bei 79 Euro netto im Monat ohne Einrichtungskosten, mit Struktur, Text-Feinschliff und laufenden Änderungen inklusive. Wie der Ablauf von der ersten Anfrage bis zum Livegang aussieht, zeigt die Seite Website erstellen lassen, die konkreten Pakete finden Sie auf der Preisseite.