Eine Website mit Baukasten steht in wenigen Tagen, wenn Texte und Bilder bereits fertig sind. Ein Freelancer braucht für eine Unternehmenswebsite meist drei bis acht Wochen, eine Agentur sechs bis zwölf Wochen. Die Zahlen schwanken so stark, weil nicht die technische Umsetzung den Zeitplan bestimmt, sondern wie schnell Inhalte und Freigaben bei dir im Betrieb zusammenkommen. Die folgenden Abschnitte zeigen, welche Spanne zu welchem Modell realistisch passt und wo die häufigsten Verzögerungen entstehen.

Baukasten: Tage bis wenige Wochen

Mit Wix, Jimdo, IONOS oder einem WordPress-Theme steht eine erste einfache Seite in ein bis drei Tagen, sofern du Texte und Bilder schon parat hast. Realistisch für eine Website, die du tatsächlich Kunden zeigen willst, mit mehreren Leistungsseiten und Feinschliff, sind es eher zwei bis acht Wochen Teilzeitarbeit neben dem Tagesgeschäft. Der Zeitaufwand verschwindet nicht, er verlagert sich nur von der Rechnung auf deinen Terminkalender.

Ein Malerbetrieb mit sechs Mitarbeitenden baut zum Beispiel an zwei Wochenenden eine Startseite, eine Leistungsseite und ein Kontaktformular. Die Fotos vom letzten Großauftrag liegen bereits auf dem Firmenhandy, die Texte schreibt der Inhaber selbst aus seinen Angebotsvorlagen um. Genau dieser Vorlauf, nicht der Baukasten selbst, entscheidet, ob am Ende zwei Wochenenden oder sechs Wochen daraus werden.

Freelancer: drei bis acht Wochen

Bei klarem Briefing und fertigen Texten liefert eine gute Freelancerin oder ein guter Freelancer eine einfache WordPress-Website in ein bis drei Wochen. Für eine vollständige Unternehmenswebsite mit fünf bis zehn Seiten ist die übliche Spanne drei bis acht Wochen. Der Haken: Du bist nicht der einzige Auftrag. Ist die Person ausgelastet, im Urlaub oder krank, wartest du auf jede Änderung, ohne Ausweichmöglichkeit.

Bei einem Elektrobetrieb, der sieben Leistungsseiten plus Notdienst-Hinweis braucht, zieht sich das Projekt oft in drei Phasen: eine Woche Konzept und Struktur, zwei bis drei Wochen Design und Umsetzung, dazu ein bis zwei Wochen für Korrekturschleifen an Texten, die erst während des Projekts entstehen. Wird der Text vorab geliefert, fällt die letzte Phase fast komplett weg.

Agentur: sechs bis zwölf Wochen, teils länger

Eine kleine Agentur baut eine Standard-Unternehmenswebsite meist in vier bis acht Wochen. Für fünf bis fünfzehn Seiten mit Konzeption, mehreren Abstimmungsrunden und Corporate-Design-Vorgaben nennen viele Anbieter sechs bis zwölf Wochen als Richtwert. Sobald mehrere Entscheider im Unternehmen mitreden, Terminbuchung oder Warenwirtschaft angebunden werden sollen oder zusätzliche Funktionen dazukommen, sind acht bis sechzehn Wochen keine Seltenheit.

Ein Bauunternehmen mit drei Standorten und eigener Marketingabteilung braucht in der Praxis oft länger als im Angebot steht, weil Geschäftsführung, Marketing und die einzelnen Standortleiter jede Designrunde freigeben sollen. Jede zusätzliche Person im Freigabeprozess addiert im Schnitt eine bis zwei Wochen, unabhängig davon, wie schnell die Agentur selbst arbeitet.

Was ein Zwei-Wochen-Versprechen wirklich voraussetzt

Manche Anbieter werben mit Livegang in vierzehn Tagen oder weniger. Das ist technisch machbar, aber an eine Bedingung geknüpft: Du lieferst am ersten Tag vollständige Texte, freigegebene Bilder und eine klare Seitenstruktur, und du gibst jede Freigabe innerhalb weniger Stunden. Fehlt auch nur eine dieser Voraussetzungen, verschiebt sich der Termin, unabhängig davon, wie schnell das Team baut. Ein realistisches Versprechen nennt deshalb nicht nur die Bauzeit, sondern auch, was von dir bis wann gebraucht wird.

Woran du ein realistisches Angebot erkennst

Frag bei jedem Angebot konkret nach dem Zeitplan hinter der Zahl, nicht nur nach der Zahl selbst:

  1. Ab welchem Tag zählt die genannte Frist, ab Vertragsunterschrift oder erst ab vollständiger Texteinreichung?
  2. Wie viele Korrekturrunden sind eingeplant, und was kostet eine zusätzliche Runde?
  3. Wer liefert die Fototermine, und wie lange dauert die Terminfindung erfahrungsgemäß?
  4. Was passiert mit dem Termin, wenn deine Freigabe später als vereinbart kommt?

Ein Anbieter, der diese vier Fragen klar beantworten kann, hat einen eingespielten Prozess. Weicht die Antwort aus oder bleibt sie vage, ist die genannte Wochenzahl eher eine Wunschzahl als ein belastbarer Termin.

Woran Projekte in der Praxis hängen bleiben

Die technische Umsetzung ist selten der Engpass. Diese vier Punkte kosten in nahezu jedem Projekt die meiste Zeit:

  • Texte: Leistungsbeschreibungen, Über-uns-Text und FAQ fehlen oder liegen nur als Stichpunkte vor. Ohne fertigen Text kann kein Layout final werden.
  • Bilder: Team- und Projektfotos in brauchbarer Qualität fehlen, ein Fototermin muss erst organisiert werden.
  • Freigaben: Jede Feedbackrunde, die länger als zwei bis drei Tage dauert, verlängert das Projekt um genau diese Zeit, addiert über mehrere Runden schnell um Wochen.
  • Zu viele Mitsprechende: Reden Geschäftsführung, Marketing und ein weiterer Kollege parallel mit, ohne dass eine Person die Entscheidung trifft, ziehen sich Abstimmungen unnötig in die Länge.
ModellRealistische DauerWovon die Dauer abhängt
Baukasten (DIY)1 bis 8 WochenDein eigenes Zeitbudget, wie fertig Texte und Bilder sind
Freelancer3 bis 8 WochenAuslastung der Person, Feedback-Geschwindigkeit
Agentur6 bis 12 WochenAnzahl Abstimmungsrunden, Funktionsumfang
Website-Abofester Prozess, meist wenige WochenDeine Angaben im Fragebogen, ein Ansprechpartner statt Gremium

Wann du am besten mit dem Projekt startest

Rechne die realistische Dauer von deinem Wunschtermin rückwärts, nicht umgekehrt. Willst du zum Start der Saison online sein, etwa vor der Frühjahrsauftragswelle im Garten- und Landschaftsbau oder vor der Heizperiode bei Heizungsbauern, plan mit der oberen Grenze der genannten Spannen, nicht mit der unteren. Ein Projekt, das eigentlich sechs Wochen dauert, startet in der Praxis selten pünktlich am Tag null, weil erste Abstimmungstermine, Vertragsunterschrift und die Zusammenstellung deiner Unterlagen selbst schon ein bis zwei Wochen kosten, bevor die eigentliche Bauphase beginnt. Wer im Januar eine Website für die Frühjahrssaison braucht, sollte deshalb spätestens Ende November anfragen, nicht erst im Februar.

Wie du die Dauer selbst am meisten beeinflusst

Den größten Hebel hast du selbst in der Hand: deine eigene Vorbereitung. Leg vor dem Start fest, wer bei dir im Betrieb Freigaben erteilt, am besten eine Person statt eines Gremiums. Sammle Texte und Bilder, so gut es geht, bevor das Projekt beginnt, notfalls in Stichpunkten, die ein Texter ausformulieren kann. Und antworte auf Entwürfe innerhalb weniger Tage, denn jede liegen gelassene Freigabeanfrage ist verlorene Zeit, die niemand aufholt.

Konkret heißt das vor dem ersten Kontakt mit Baukasten, Freelancer oder Agentur:

  • Liste aller Leistungen, die eine eigene Seite bekommen sollen, auch wenn die Formulierung noch grob ist.
  • Zehn bis fünfzehn brauchbare Fotos von Team, Fahrzeugen und Projekten, notfalls vom Smartphone.
  • Ein Name und eine Telefonnummer für den Notdienst oder Kundenkontakt, falls relevant für dein Gewerk.
  • Eine Ansage, wer intern die Website am Ende freigibt und wann diese Person Zeit für Rückfragen hat.

Betriebe, die mit dieser Liste starten, sparen erfahrungsgemäß mehrere Wochen gegenüber Projekten, bei denen diese Punkte erst während der Bauphase geklärt werden. Das gilt unabhängig vom gewählten Modell, denn die Verzögerung hängt fast immer an der Zuarbeit, kaum an der Technik.

Wie stark sich diese Vorbereitung auf deine Texte auswirkt, zeigt der Artikel Website-Texte schreiben lassen. Und wenn du noch zwischen Baukasten und professioneller Umsetzung schwankst, hilft der Vergleich Homepage: Baukasten oder Agentur bei der Einordnung.

Wir betreiben mehrere hundert Unternehmens-Websites im Abo-Modell und arbeiten dabei nach einem festen, mehrfach erprobten Prozess: ein Fragebogen statt endloser Meetings, ein Ansprechpartner statt Gremium. Wie der Weg von der Bestellung bis zum Livegang konkret aussieht, zeigt die Seite Unser Prozess. Was der Aufbau kostet und was im Abo enthalten ist, steht unter Website erstellen lassen im Abo.