Wer Website-Texte schreiben lässt, zahlt für zwei Dinge zugleich: eine lesbare Formulierung und die Übersetzung von Fachwissen in das, was ein Kunde tatsächlich wissen will. Für eine kleine Business-Website mit fünf bis sechs Seiten liegen die Kosten bei einem freien Profi meist zwischen 1.500 und 3.500 Euro netto, ein Rohentwurf per KI kostet fast nichts, braucht aber danach eine echte redaktionelle Prüfung durch jemanden aus dem Betrieb. Beides lässt sich kombinieren, wenn klar ist, wer am Ende die fachliche Verantwortung für den Text trägt.

Was Website-Texte vom Profi kosten

Freie Texterinnen und Texter rechnen auf drei Arten ab, und alle drei landen für eine kleine Business-Website in ähnlicher Größenordnung. Pro Wort bewegen sich seriöse Sätze zwischen 10 und 40 Cent, bei spezialisierten Themen auch darüber. Pro Normseite mit 200 Wörtern empfiehlt der Berufsverband Text 315 Euro, marktüblich bei Webtexten sind eher 90 bis 220 Euro pro Seite. Beim Stundensatz liegen die meisten Profis zwischen 80 und 150 Euro.

AbrechnungsartÜbliche SpanneFür 5-6 Seiten hochgerechnet
Pro Wort0,10 bis 0,40 Eurobei 3.000 Wörtern: 300 bis 1.200 Euro
Pro Normseite (200 Wörter)90 bis 220 Eurobei 15 Normseiten: 1.350 bis 3.300 Euro
Stundensatz80 bis 150 Eurobei 15 bis 20 Stunden: 1.200 bis 3.000 Euro
Komplettpaket1.500 bis 3.500 Euroinklusive Briefing und zwei Korrekturschleifen

Diese Zahlen gelten für einen Betrieb, der Rohmaterial liefert, also ein kurzes Telefonat oder ein ausgefülltes Briefing-Formular. Wer nur eine Leistungsliste ohne weitere Angaben schickt, zahlt drauf, weil der Texter dann selbst recherchieren oder mehrfach nachfragen muss. Ein zwanzigminütiges Gespräch pro Leistungsseite spart am Ende oft eine ganze Korrekturschleife.

Leistungsbeschreibungen aus Kundensicht formulieren

Der häufigste Fehler auf Handwerker-Websites ist eine Leistungsseite, die aus Fachbegriffen und einer Aufzählung besteht, ohne die Fragen zu beantworten, die ein Kunde vor der Anfrage im Kopf hat. Bei einer Badsanierung will jemand wissen, wie lange das Bad nicht nutzbar ist, ob eine Ausweichdusche organisiert werden kann und ob der Betrieb die Entsorgung übernimmt. Bei einer Heizungswartung interessiert, was genau geprüft wird und ob ein Protokoll für die Heizungsanlage ausgehändigt wird. Diese Fragen kennt niemand besser als das Team im Betrieb selbst, und genau hier liegt der eigentliche Wert eines guten Briefings.

Ein brauchbares Vorgehen: Vor dem Schreiben eine Liste der drei häufigsten Kundenfragen pro Leistung sammeln, am besten direkt aus dem Gedächtnis der Mitarbeiter im Kundenkontakt. Diese Fragen werden zu den Zwischenüberschriften oder Absätzen der Leistungsseite, statt einer reinen Aufzählung von Stichworten. Ein Satz zum ungefähren Ablauf, ein Satz zu Material oder Ausführung, ein Satz zu dem, was der Kunde selbst vorbereiten sollte, reichen für die meisten Leistungen völlig aus.

Briefing: was der Texter wirklich braucht

Ein Briefing muss keine ausgefüllte Tabelle mit zwanzig Feldern sein. Für die meisten Betriebe reicht ein kurzes Telefonat, in dem folgende Punkte pro Leistungsseite geklärt werden:

  1. Welche drei Fragen stellen Kunden am häufigsten vor der Beauftragung
  2. Was unterscheidet den Betrieb von der Konkurrenz bei genau dieser Leistung
  3. Welches Einzugsgebiet und welche typischen Auftragsgrößen gelten
  4. Gibt es Besonderheiten wie Notdienst, Festpreis-Garantie oder Meisterbetrieb
  5. Ein bis zwei konkrete Beispielprojekte, auf die im Text verwiesen werden kann

Wer diese fünf Punkte vorab klärt, spart dem Texter Recherchezeit und sich selbst eine Korrekturschleife, weil der erste Entwurf bereits die richtigen Details enthält statt generischer Formulierungen, die später wieder herausgestrichen werden müssen.

KI-Texte mit Redaktion: was ab August 2026 gilt

KI-Werkzeuge liefern brauchbare erste Entwürfe für Struktur und Formulierung, ersetzen aber keine fachliche Prüfung. Ein KI-Entwurf kennt weder die tatsächliche Auftragsdauer des Betriebs noch die konkrete Preisspanne, und Zahlen oder Detailangaben aus einem KI-Text sollten deshalb grundsätzlich gegen die betriebliche Realität geprüft werden, bevor sie online gehen.

Rechtlich wird das Thema ab dem 2. August 2026 zusätzlich relevant: Nach Artikel 50 der EU-KI-Verordnung gilt dann eine Kennzeichnungspflicht für veröffentlichte KI-Texte, allerdings nur für Inhalte, die die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, etwa journalistische oder redaktionelle Beiträge. Für gewöhnliche Website-Texte eines Handwerksbetriebs wie Leistungsseiten oder die Über-uns-Seite greift diese enge Voraussetzung in aller Regel nicht. Die Pflicht entfällt zusätzlich, wenn der Text einer echten menschlichen Überprüfung unterzogen wurde und eine Person die redaktionelle Verantwortung für die Veröffentlichung übernimmt, was für einen Betrieb ohnehin der sinnvolle Weg ist, unabhängig von der rechtlichen Einordnung. Wer einen KI-Entwurf verwendet, sollte ihn also in jedem Fall durch jemanden aus dem Betrieb gegenlesen und mit eigenen Formulierungen ergänzen lassen, das schützt vor Falschangaben und macht den Text gleichzeitig weniger austauschbar.

Selbst schreiben, Texter beauftragen oder KI-Entwurf plus Redaktion

VorgehenKostenAufwand für den BetriebWann sinnvoll
Selbst schreibenkeine direkten Kostenhoch, mehrere Stunden pro Seitekleines Budget, jemand im Team schreibt gern
Freier Texter1.500 bis 3.500 Euro für 5-6 Seitengering, ein Briefing-Gespräch pro Leistungbelastbares Budget, hohe Textqualität gewünscht
KI-Entwurf plus Redaktiongering, Zeit für Korrekturmittel, Faktenprüfung und Umformulierung nötigknappes Budget, jemand im Team kann gut redigieren

Keines der drei Vorgehen ist grundsätzlich falsch, entscheidend ist die Frage, wer am Ende die Zeit für Recherche und Prüfung aufbringt: der Texter gegen Honorar, der Betrieb selbst beim Schreiben, oder der Betrieb bei der Redaktion eines KI-Entwurfs.

Praxisbeispiel: Elektrobetrieb mit sechs Leistungsseiten

Ein Elektrobetrieb mit zwölf Mitarbeitern hatte vor der Neufassung sechs Leistungsseiten, die im Wesentlichen aus Stichpunkten bestanden: Elektroinstallation, Smart Home, Photovoltaik-Anschluss, E-Check, Notdienst, Wartung. Vor der Beauftragung eines freien Texters füllte der Betriebsleiter pro Leistung ein kurzes Briefing aus telefonischen Notizen aus, jeweils drei häufige Kundenfragen und ein Beispielprojekt. Der Texter lieferte den ersten Entwurf nach diesen Vorgaben, eine Korrekturschleife klärte noch offene Detailfragen zur Photovoltaik-Seite. Die Gesamtkosten für sechs Seiten lagen bei rund 2.200 Euro, die Bearbeitungszeit auf Seiten des Betriebs bei etwa vier Stunden verteilt auf zwei Wochen.

Häufige Fehler bei Website-Texten

Ein wiederkehrender Fehler ist die reine Übernahme von Stichpunkten aus einem alten Flyer, ohne sie in vollständige, für Kunden verständliche Sätze zu übersetzen. Ebenso häufig bleiben Leistungsseiten bei generischen Formulierungen stehen, die auf jeden beliebigen Betrieb derselben Branche zutreffen würden, statt konkrete Details wie Einzugsgebiet, Ausstattung oder Besonderheiten des eigenen Betriebs zu nennen. Und bei KI-Entwürfen wird die Faktenprüfung häufig übersprungen, sodass falsche Preisangaben oder erfundene Zertifizierungen online bleiben, bis ein Kunde nachfragt oder der Fehler auffällt.

Am Ende zählt weniger, ob ein Text von einem Menschen oder mit KI-Unterstützung entstanden ist, sondern ob er die Fragen beantwortet, die ein Kunde vor der Anfrage tatsächlich hat, und ob die genannten Fakten stimmen. Wie eine Website diese Texte strukturell einbettet, von der Startseite bis zur einzelnen Leistungsseite, zeigt der Artikel Was gehört auf eine Handwerker-Website: die 7 Pflichtseiten. Wer die komplette Erstellung inklusive Text an Mr.Site abgeben möchte, findet den Ablauf auf der Seite zur Website-Erstellung.