Ein Relaunch lohnt sich, wenn Technik und Seitenstruktur deiner Website tragen und nur Gestaltung und Inhalte veraltet sind. Ein Neuaufbau ist die bessere Entscheidung, sobald die Technik selbst das Problem ist: überaltertes CMS, unkontrollierter Plugin-Bestand, fehlende Mobiltauglichkeit oder keine Sichtbarkeit in Google und KI-Suchen. Bei Websites ab vier Jahren sprechen die Befunde in der Praxis häufiger für den Neuaufbau.
Wann genügt ein Relaunch?
Ein Relaunch ist eine Renovierung. Das CMS bleibt, die Seitenstruktur bleibt, erneuert werden Gestaltung und Inhalte. Das rechnet sich unter vier Voraussetzungen: Das CMS und alle Erweiterungen erhalten laufend Updates. Die URL-Struktur ist logisch aufgebaut und Google hat die wichtigsten Seiten im Index. Die Inhalte stimmen fachlich noch. Und die Seite lässt sich auf dem Smartphone bedienen.
Treffen alle vier Punkte zu, bekommst du mit einem Relaunch viel für vergleichsweise wenig Geld: ein aktuelles Erscheinungsbild und überarbeitete Inhalte, bei erhaltenen Rankings, weil Google die bekannte Struktur wiedererkennt.
Nur: Websites ab vier Jahren erfüllen selten alle vier Bedingungen. Vier Jahre sind im Web eine Technikgeneration. Der jüngste Sichtbarkeitsfaktor ist die KI-Suche: Als eine Website von 2022 gebaut wurde, spielten Antwortmaschinen wie ChatGPT oder Perplexity für den Websitebau noch keine Rolle. Etablierte Faktoren wie Mobiltauglichkeit, Core Web Vitals und strukturierte Daten gab es damals schon. Die brauchen aber laufende Pflege, und genau die fehlt bei vielen älteren Websites.
Woran du erkennst, dass nur ein Neuaufbau hilft
Fünf Befunde tauchen bei älteren Firmenwebsites immer wieder auf, auch wenn der Betreiber zunächst nur ein frisches Design wollte:
- Eine WordPress-Installation mit 30 oder mehr Plugins, bei der jedes Update ein Risiko ist und niemand mehr weiß, welches Plugin wofür da ist.
- Ladezeiten über vier Sekunden auf dem Smartphone und Layoutbrüche auf kleinen Bildschirmen.
- Eine PHP- oder CMS-Version, die keine Sicherheitsupdates mehr erhält.
- Keine Platzierung in Google für die eigenen Leistungen und keine Erwähnung in KI-Antworten von ChatGPT oder Perplexity.
- Jede Textänderung läuft über die Agentur und dauert Tage.
Wer auf dieser Basis renoviert, zahlt doppelt: erst für die Sanierung, zwei Jahre später doch für den Neubau. Die Altlasten wandern beim Relaunch mit, denn das System darunter bleibt dasselbe.
Die Entscheidungskriterien als Checkliste
Zähl, wie vielen der folgenden Aussagen du zustimmst:
- Unser CMS und alle Erweiterungen erhalten laufend Updates.
- Die Website lässt sich auf dem Smartphone vollständig bedienen.
- Die Startseite lädt mobil in unter drei Sekunden.
- Für unsere wichtigsten Leistungen erscheinen wir in Google auf Seite eins.
- KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity nennen unser Unternehmen, wenn man nach unseren Leistungen fragt.
- Wir können Texte und Bilder selbst ändern, ohne Dienstleister.
- Die Seitenstruktur bildet unser heutiges Angebot ab.
- Im Backend gibt es keine Update- oder Versionswarnungen.
Die Auswertung: Bei sieben oder acht Zustimmungen genügt ein Relaunch. Bei vier bis sechs brauchst du einen Relaunch mit klar bezifferten technischen Sanierungsposten. Bei drei oder weniger ist der Neuaufbau der wirtschaftlichere Weg.
Die Kostenfalle beim Relaunch
Agenturprojekte für Unternehmens-Websites kosten in Deutschland zwischen 5.000 und 25.000 Euro, in den USA zwischen 8.000 und 30.000 US-Dollar. Was ein Relaunch kostet, hängt davon ab, wie viel vom Bestand weiterverwendet wird. Baut die Agentur Gestaltung und Templates neu und migriert anschließend die Inhalte, entspricht der Aufwand einem Neubau, nur das Etikett ist ein anderes. Dazu kommt fast immer ein Wartungsvertrag, in Deutschland üblich sind 50 bis 150 Euro im Monat für die laufende Website-Betreuung.
Verlang deshalb ein Angebot mit Einzelposten und frag konkret nach: Was wird übernommen, was wird neu gebaut? Wenn außer den Texten nichts weiterverwendet wird, zahlst du den Neubau zum Relaunch-Preis und behältst trotzdem die Altlasten des alten Systems.
Der dritte Weg: Neuaufbau im Abo
Neben Relaunch und klassischem Projekt gibt es ein drittes Modell: die Website im Abo. Statt einer Projektsumme zahlst du einen Monatsbetrag, der Aufbau, Hosting, Wartung und laufende Änderungen abdeckt. Im DACH-Raum liegen solche Angebote zwischen 30 und 200 Euro im Monat, oft kommen aber Einrichtungsgebühren und Aufpreise für SSL, Mobiloptimierung oder eine zweite Sprache dazu. In den USA sind 100 bis 500 US-Dollar plus Setup üblich. Prüfe vor Abschluss vier Vertragspunkte: die Einrichtungskosten, die enthaltenen Leistungen, die Mindestlaufzeit und die Frage, ob du die Website später übernehmen darfst.
Ob du neu erstellen lässt oder im Abo startest, hängt am Ende an Liquidität und internem Aufwand. Der Projektweg bindet einmalig Kapital und danach dauerhaft deine Aufmerksamkeit, denn Wartung und Pflege bleiben bei dir. Das Abo verteilt die Kosten auf die Laufzeit und lagert den Betrieb aus. Weil die Website fortlaufend aktuell gehalten wird statt alle vier Jahre in einem Kraftakt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein kompletter Neuaufbau überhaupt wieder nötig wird.
Wir betreiben mehrere hundert Unternehmens-Websites und haben eine eigene Mess-Infrastruktur, die per Stichproben prüft, ob Seiten in KI-Antworten von Perplexity und Gemini auftauchen. Unser Website-Abo startet bei 179 Euro netto im Monat ohne Einrichtungskosten, der Ablauf ist komplett online (bestellen, ein paar Fragen beantworten, wir bauen, Vorschau, live), und eine Mindestlaufzeit gibt es nicht: Du kündigst jederzeit zum Monatsende. Die drei Pakete stehen auf der Preisseite.
Wenn du vor der Entscheidung wissen willst, wo die bestehende Seite steht: der Website-Check geht 14 gewichtete Punkte durch und nennt am Ende die Lücken in der Reihenfolge, in der sie wehtun.