Google bewertet KI-generierte Texte auf einer Unternehmenswebsite nach denselben Kriterien wie von Menschen geschriebene: Qualität, Nutzen für die Leser und Einhaltung der Spam-Richtlinien. Einen automatischen Rankingabzug allein dafür, dass ein Text mit KI-Unterstützung entstanden ist, gibt es nicht. Riskant wird es erst, wenn viele Seiten in kurzer Zeit ohne eigenen Inhalt entstehen, um Rankings zu erzeugen statt Kunden zu informieren. Für einen Handwerksbetrieb mit einer Handvoll Leistungsseiten und ein paar Ratgeberartikeln ist genau dieses Muster in der Praxis selten das Problem, die Textqualität selbst dagegen schon.

Was Google offiziell zu KI-Texten sagt

Google hat seine Haltung dazu schon 2023 in der eigenen Search-Central-Dokumentation festgehalten: “Appropriate use of AI or automation is not against our guidelines.” Problematisch wird der Einsatz erst, wenn er primär dazu dient, Rankings zu manipulieren, etwa über künstlich aufgeblähte Seiten ohne echten Mehrwert. In der ergänzenden Anleitung zu generativen KI-Inhalten wiederholt Google denselben Grundsatz: Maßstab sind die Search Essentials und die Spam-Richtlinien, nicht das Werkzeug, mit dem ein Text entstanden ist. Ob eine Leistungsbeschreibung am Schreibtisch von Hand getippt oder mit einem Sprachmodell vorformuliert und anschließend überarbeitet wurde, spielt für die Bewertung keine Rolle, solange am Ende ein hilfreicher, korrekter Text für echte Leser steht.

Scaled Content Abuse: die eigentliche Grenze seit März 2024

Mit dem Core-Update vom März 2024 hat Google die Spam-Richtlinie “Scaled Content Abuse” eingeführt. Sie greift, wenn viele Seiten primär zur Rankingmanipulation entstehen und Nutzern wenig bis nichts bringen, ausdrücklich unabhängig davon, ob KI, Automatisierung, menschliche Autoren oder eine Mischung dahinterstecken. Als Beispiele nennt Google unter anderem den Einsatz generativer KI-Werkzeuge, um in großer Zahl Seiten ohne eigenen Nutzen zu erzeugen, das automatisierte Umschreiben fremder Inhalte per Synonymersatz oder Übersetzung ohne Mehrwert, sowie das bloße Zusammenkopieren verschiedener Quellen. Für eine Handwerker-Website heißt das konkret: Zwanzig fast identische Leistungsseiten mit nur ausgetauschtem Ortsnamen fallen unter diese Richtlinie, ein einzelner gut recherchierter Ratgeberartikel mit KI-Unterstützung dagegen nicht. Der Artikel zu Landingpages pro Stadt beschreibt dasselbe Muster aus einem anderen Blickwinkel, dort mit Fokus auf Doorway Pages statt auf die Textentstehung.

Wie verbreitet KI-Text auf Websites inzwischen ist

Eine Auswertung von Ahrefs zu 900.000 im April 2025 neu erstellten Webseiten fand bei 74,2 Prozent zumindest teilweise KI-generierten Inhalt. Mehrere Medienberichte, die sich auf eine Datenauswertung von Graphite zu neu veröffentlichten Textartikeln berufen, nennen für Mai 2025 einen KI-Anteil von rund 52 Prozent, nachdem KI-Artikel im November 2024 erstmals menschlich verfasste Artikel zahlenmäßig überholt haben sollen. KI-Unterstützung bei Website-Texten ist damit längst der Normalfall, nicht die Ausnahme, die ein Warnsignal auslösen müsste. Google kann bei diesem Verbreitungsgrad gar nicht anders, als am Inhalt selbst zu messen statt an der Entstehungsmethode, sonst würde die Suche große Teile des aktuellen Web-Contents pauschal ausschließen.

Für kleine Unternehmen zeigt eine Erhebung von Semrush zum Content-Marketing im Jahr 2024, dass rund zwei Drittel bereits KI-Werkzeuge für Content und SEO einsetzen. Belastbare Zahlen speziell für Handwerksbetriebe gibt es dazu bislang nicht, die allgemeine Tendenz bei kleinen Unternehmen lässt sich aber übertragen: Ein Malerbetrieb, der für eine neue Leistungsseite zunächst einen KI-Entwurf erzeugt und anschließend mit eigenen Beispielen und Preisen ergänzt, bewegt sich damit im selben Rahmen wie die meisten anderen Betriebe seiner Größe, nicht in einer Grauzone.

Warum Fachwissen aus dem Betrieb den Unterschied macht

Ein Sprachmodell kennt keine konkreten Projekte, keine tatsächlichen Reaktionszeiten für den Notdienst und keine betriebsinternen Preisstaffeln. Ein KI-Entwurf zur Frage “Was kostet eine Badsanierung” liefert deshalb zunächst allgemeine Spannen, wie sie auf hunderten anderen Seiten stehen. Erst wenn ein Sanitärbetrieb die eigenen Erfahrungswerte, ein konkretes Beispielprojekt aus dem letzten Jahr und die eigene Kalkulationslogik einbaut, entsteht ein Text, den es in dieser Form so nirgendwo sonst gibt. Genau dieser Unterschied zwischen generischem Grundgerüst und betriebseigenem Fachwissen entscheidet in der Praxis, ob eine Seite bei einer Suchanfrage tatsächlich weiterhilft oder nur eine von vielen austauschbaren Antworten liefert. Google bewertet diese Art von Substanz über Signale wie Erfahrung, Fachwissen und Vertrauenswürdigkeit, die in der eigenen Suchqualitäts-Dokumentation als zentrale Kriterien für hilfreiche Inhalte gelten, unabhängig vom Entstehungsweg des Textes.

Woran sich problematischer Massen-Content von normalem KI-Einsatz unterscheidet

MerkmalUnproblematischRisiko (Scaled Content Abuse)
Anzahl ähnlicher SeitenEinzelner Artikel oder wenige LeistungsseitenDutzende fast identische Seiten in kurzer Zeit
Eigener InhaltKonkrete Beispiele, Zahlen, Fachwissen aus dem BetriebAustauschbare Formulierungen, nur Keyword variiert
Redaktionelle PrüfungText wird vor Veröffentlichung gegengelesen und korrigiertRohtext geht ungeprüft online
Zweck der SeiteBeantwortet eine echte KundenfrageExistiert nur, um eine weitere Suchanfrage abzudecken

Fällt eine geplante Seite in mehr als einer Spalte auf die rechte Seite der Tabelle, lohnt sich eine Überarbeitung, bevor sie live geht. Ein einfacher Praxistest hilft bei der Einschätzung: Lässt sich der Text ohne Änderung eins zu eins auf einen Betrieb in einer anderen Stadt oder einem anderen Gewerk übertragen, ohne dass etwas fehlt oder falsch wirkt, fehlt ihm der eigene Bezug zum Unternehmen. Ein Text, der ohne den Namen der Stadt oder das konkrete Gewerk nicht mehr funktioniert, weil er auf echten Details des Betriebs aufbaut, besteht diesen Test dagegen zuverlässig.

Kennzeichnungspflicht durch die EU-KI-Verordnung?

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Sie verpflichten Anbieter von KI-Systemen, deren Ausgaben technisch als künstlich erzeugt erkennbar zu machen, und Betreiber, veröffentlichte KI-Texte offenzulegen, wenn diese die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, etwa Politik, Gesundheit oder Wirtschaft mit breiter Relevanz. Für eine normale Unternehmenswebsite mit Leistungsseiten, Preisübersichten oder praktischen Ratgebertexten greift diese Pflicht in aller Regel nicht, zusätzlich entfällt sie ohnehin, sobald eine konkrete Person den Text vor Veröffentlichung redaktionell prüft und dafür Verantwortung übernimmt. Eine freiwillige, kurze Angabe im Impressum kann trotzdem Vertrauen schaffen, verpflichtend ist sie für die meisten Handwerker-Websites aber nicht.

Praktisches Vorgehen für eine Handwerker-Website

  1. KI-Werkzeuge für einen ersten Entwurf nutzen, nicht für den fertigen, veröffentlichungsreifen Text. Der Entwurf liefert Struktur und einen groben roten Faden, den eigentlichen Wert liefert erst die Überarbeitung danach.
  2. Eigene Beispiele, Zahlen und Projekte aus dem Betrieb ergänzen, die kein allgemeines Sprachmodell kennen kann, etwa die tatsächliche Dauer der letzten drei vergleichbaren Aufträge statt einer generischen Schätzung.
  3. Fachliche Aussagen, Preise und Gesetzesverweise vor der Veröffentlichung gegenprüfen, wie im Abschnitt zu Website-Texten schreiben lassen beschrieben, da Sprachmodelle bei Zahlen und Rechtsständen regelmäßig veraltete oder erfundene Angaben liefern.
  4. Keine Serien nahezu identischer Seiten für verschiedene Orte oder Leistungen anlegen, nur um mehr Suchbegriffe abzudecken. Lieber wenige Seiten mit echtem Inhalt als viele mit demselben Grundgerüst.
  5. Eine Person im Betrieb als redaktionelle Freigabe festlegen, die jeden neuen Text vor dem Livegang liest und bei Zweifeln lieber eine Woche länger wartet, als einen unfertigen Entwurf zu veröffentlichen.

Wie lange es dauert, bis ein neuer, sauber recherchierter Artikel überhaupt bei Google auftaucht, unabhängig vom Einsatz von KI-Werkzeugen, beschreibt der Artikel zu Ranking-Zeiten bei Google. Diese Wartezeit betrifft jeden neuen Artikel gleichermaßen, ob mit oder ohne KI-Unterstützung entstanden, sie hat mit der Entstehungsmethode des Textes nichts zu tun. Wer die eigene Website ohnehin professionell betreuen lässt, statt Ratgebertexte nebenbei selbst zu produzieren, findet den passenden Rahmen dazu unter Website-Betreuung bei Mr.Site. Mr.Site betreut mehrere hundert Unternehmens-Websites und achtet dabei genau auf diesen Unterschied zwischen einem hilfreichen, redaktionell geprüften Text und einer Seite, die nur zum Abdecken eines weiteren Suchbegriffs entstanden ist.