Google Ads bringt Anfragen ab dem Tag, an dem die Kampagne startet, kostet aber pro Klick zwischen etwa 1,50 und 4 Euro und endet, sobald das Budget aufgebraucht ist. SEO braucht 3 bis 6 Monate für erste sichtbare Rankings und oft ein weiteres halbes Jahr für stabile Positionen, hält diese Sichtbarkeit danach aber ohne laufende Kosten pro Klick. Für die meisten Handwerksbetriebe zählt deshalb weniger die Wahl zwischen beiden Kanälen als die richtige Reihenfolge: Ads für die kurzfristige Auftragslücke, SEO für die Website, die in zwei Jahren noch Anfragen bringt.
Was Google Ads für einen Handwerksbetrieb tatsächlich kostet
Die Klickpreise schwanken stark nach Gewerk und Region. Für Elektriker liegen sie grob zwischen 2,40 und 4,80 Euro pro Klick, für Sanitär- und Heizungsbetriebe zwischen 2,80 und 3,50 Euro, für Dachdecker zwischen 2,20 und 4,10 Euro. Andere Auswertungen zeigen für rein lokale Suchbegriffe wie “Elektriker Hamburg” auch Werte unter 2 Euro, weil der Wettbewerb dort geringer ist als bei bundesweiten Begriffen. Als Faustregel für ein monatliches Budget hilft eine einfache Rechnung: Wer 20 Anfragen im Monat braucht und mit einer Klick-zu-Anfrage-Quote von 5 Prozent rechnet, kommt auf rund 400 nötige Klicks. Bei einem mittleren Klickpreis von 2,20 Euro sind das etwa 880 Euro, realistisch schwankt die Spanne für kleine Betriebe zwischen 300 und 1.000 Euro im Monat.
Wichtig für die Einordnung: Diese Zahl ist ein Startpunkt, keine feste Größe. Die ersten 2 bis 4 Wochen einer neuen Kampagne dienen dem Lernen, der Algorithmus testet Anzeigentexte und Zielgruppen, bevor sich Klickpreis und Anfragequote einpendeln. Ein Betrieb, der nach einer Woche abbricht, weil noch kein Auftrag dabei war, wirft meist Geld weg, das gerade erst begonnen hat, sich zu amortisieren.
Warum SEO so viel länger braucht
Eine neue Website hat bei Google zunächst keine Historie. Bevor eine Seite überhaupt für ein Keyword rankt, muss die Suchmaschine sie crawlen, die Inhalte einordnen und über Zeit beobachten, wie Besucher damit umgehen. Bei wenig umkämpften, lokalen Begriffen zeigen sich erste Platzierungen häufig nach 3 bis 6 Monaten, bei Begriffen mit mehr Konkurrenz, etwa in Großstädten mit vielen etablierten Betrieben, dauert es oft 6 bis 12 Monate oder länger, bis sich eine Position auf der ersten Ergebnisseite stabilisiert.
Der Vorteil dieser Wartezeit zeigt sich erst danach: Anders als eine Anzeige, die mit dem letzten Euro Budget verschwindet, bleibt eine erreichte SEO-Position in der Regel bestehen, solange die Seite technisch funktioniert und kein Wettbewerber mit besserem Inhalt nachzieht. Für einen Betrieb, der eine Leistungsseite zu “Bad sanieren” einmal auf Seite 1 bringt, entstehen daraus über Jahre Anfragen ohne laufenden Klickpreis, während bei Ads jeder einzelne Klick weiter bezahlt werden muss.
Wie viele Klicks tatsächlich auf Anzeigen gehen
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Anzeigen den Großteil der Klicks abgreifen, weil sie oben auf der Ergebnisseite stehen. Tatsächlich zeigen Auswertungen von Sistrix, dass bei Suchanfragen mit Anzeigen im Schnitt weiterhin deutlich mehr Klicks auf organische Treffer als auf Werbung entfallen. Bei rein lokalen Suchanfragen kommt als dritter Faktor das Local-Pack mit der Kartenansicht dazu, das häufig einen relevanten Teil der Klicks für sich gewinnt, unabhängig von Anzeigen und klassischen organischen Treffern. Wer nur auf Ads setzt, lässt diese beiden anderen Flächen der Suchergebnisseite ungenutzt.
| Kriterium | Google Ads | SEO |
|---|---|---|
| Zeit bis zur ersten Anfrage | wenige Tage | 3 bis 6 Monate |
| Laufende Kosten | pro Klick, endet mit dem Budget | einmalige Erstellung, danach vor allem Pflege |
| Wirkung bei Stopp | Sichtbarkeit endet sofort | bleibt meist über Monate erhalten |
| Planbarkeit | genaue Kostenkontrolle pro Tag | schwer exakt vorhersagbar |
| Bester Einsatz | akute Auftragslücke, neue Leistung testen | dauerhafte Sichtbarkeit für Kernleistungen |
Was vor dem ersten Euro Werbebudget feststehen muss
Eine Google-Ads-Kampagne ohne Vorbereitung verbrennt in den ersten Wochen häufig genau das Budget, das eigentlich den Test finanzieren sollte. Drei Punkte sollten vor dem Start feststehen. Erstens Conversion-Tracking: Ohne eine eingerichtete Erfolgsmessung, etwa über das Absenden eines Kontaktformulars oder einen Klick auf die Telefonnummer, lässt sich nach 4 Wochen nicht seriös beurteilen, ob eine Kampagne funktioniert, es bleibt reines Bauchgefühl. Zweitens eine Liste ausschließender Suchbegriffe: Wer für “Elektriker Notdienst” wirbt, sollte “Elektriker Ausbildung” oder “Elektriker Gehalt” von Anfang an ausschließen, sonst zahlt der Betrieb für Klicks von Bewerbern und Schülern statt von Kunden. Drittens eine Landingpage, die zur Anzeige passt: Führt die Anzeige für “Bad sanieren” auf die allgemeine Startseite statt auf eine Leistungsseite zum Thema, sinkt sowohl die Anfragequote als auch der Qualitätsfaktor, was den Klickpreis zusätzlich nach oben treibt.
Für einen Malerbetrieb, der zum ersten Mal Ads testet, reicht dafür ein überschaubarer Aufwand: eine Leistungsseite zur wichtigsten Anfrage, ein Anruf-Tracking über eine zweite Rufnummer und eine Liste von 10 bis 15 ausschließenden Begriffen, bevor die Kampagne live geht. Wer diese drei Punkte auslässt, bekommt nach den ersten Wochen selten belastbare Zahlen, sondern nur eine Rechnung.
Die Kombination, die für die meisten Betriebe funktioniert
Beide Kanäle laufen über dieselbe Website, und genau das lässt sich nutzen. Eine technisch saubere Seite mit klaren Leistungsseiten pro Gewerk verbessert nicht nur das organische Ranking, sondern auch den sogenannten Qualitätsfaktor bei Google Ads, wodurch der Klickpreis für dieselbe Position sinkt. Ein Betrieb, der zuerst in eine solide Website investiert und erst danach Werbebudget einsetzt, zahlt für Ads oft weniger als einer, der Anzeigen auf eine schwache Landingpage schaltet.
Praktisch bewährt sich für einen Handwerksbetrieb mit begrenztem Budget diese Reihenfolge: zunächst die Website mit den wichtigsten Leistungsseiten und einem eingerichteten Google-Unternehmensprofil aufbauen, parallel eine kleine, klar begrenzte Ads-Kampagne für die 2 bis 3 wichtigsten Leistungen starten, und das Ads-Budget schrittweise senken, sobald die eigenen Seiten für dieselben Begriffe organisch zu ranken beginnen. Ein Sanitärbetrieb, der im ersten halben Jahr über Ads Aufträge für Bäder sammelt, kann das Budget dafür oft reduzieren, sobald die eigene Leistungsseite “Bad sanieren” nach 6 bis 8 Monaten selbst auf Seite 1 steht, und das freigewordene Geld in eine neue Leistung wie Wärmepumpen-Installation stecken.
Wann sich reines Ads-Budget trotzdem lohnt
Nicht jeder Betrieb sollte auf SEO warten. Ein neuer Betrieb ohne jede Sichtbarkeit, ein saisonales Angebot wie Dachrinnenreinigung im Herbst oder eine akute Kapazitätslücke, die diesen Monat gefüllt werden muss, sind Situationen, in denen sich die Wartezeit von SEO schlicht nicht ausgeht. Hier ist Google Ads das richtige Werkzeug, weil es die einzige Option ist, die innerhalb von Tagen Anfragen liefert. Die Website muss dafür trotzdem stimmen, sonst verpufft ein Teil des Anzeigenbudgets an Besuchern, die auf einer unklaren Landingpage wieder abspringen. Für diesen Fall gibt es die Verkaufslandingpage als eigenes Angebot: eine einzelne Seite, die nur auf die Anfrage aus der Anzeige hinarbeitet.
Ein weiterer Fall für reines Ads-Budget: ein neues Leistungsangebot, das sich erst beweisen muss, bevor eine eigene Leistungsseite dafür Aufwand rechtfertigt. Ein Fensterbaubetrieb, der zum ersten Mal auch Rollladen-Nachrüstung anbietet, testet über eine kleine Kampagne innerhalb von 4 Wochen, ob überhaupt genug Nachfrage besteht, bevor Zeit in Texte, Fotos und eine eigene Unterseite fließt. Bleiben die Anfragen aus, ist der Verlust auf das Testbudget begrenzt. Zeigt sich echte Nachfrage, liefert genau diese Kampagne die Suchbegriffe, mit denen sich die spätere SEO-Seite gezielt aufbauen lässt.
Wer noch unsicher ist, ob die eigene Website überhaupt die Grundlagen für beide Kanäle mitbringt, findet eine Übersicht dazu im Artikel Lokales SEO für Handwerksbetriebe und im Artikel Google Unternehmensprofil und Website verbinden. Im Mr.Site Website-Abo ist die technische Basis für beide Kanäle von Anfang an eingerichtet, von der Ladezeit bis zu eigenen Leistungsseiten, Details dazu unter Preise.