Eine 301-Weiterleitung schickt Besucher und Suchmaschinen dauerhaft von einer alten Internetadresse zu einer neuen, eingerichtet in der Serverkonfiguration, im Hosting-Control-Panel oder über ein Plugin des Content-Management-Systems. Richtig gesetzt gibt Google die Linkkraft der alten Seite fast vollständig an die neue weiter. Websites verlieren beim Umzug fast immer wegen vergessener oder falsch gesetzter Weiterleitungen an Sichtbarkeit, nicht wegen des Wechsels selbst. Wer eine einzelne Seite umbenennt, die ganze Website relauncht oder auf eine neue Domain umzieht, kommt an dieser einen technischen Einstellung nicht vorbei.

Was eine 301-Weiterleitung von einer 302 unterscheidet

Der Statuscode 301 bedeutet “dauerhaft verschoben” und ist die richtige Wahl, sobald eine alte Adresse für immer durch eine neue ersetzt wird. Browser und Suchmaschinen merken sich diese Antwort und rufen künftig direkt die neue Adresse auf. Der Statuscode 302 bedeutet dagegen “vorübergehend verschoben” und gehört an Stellen, an denen die alte Adresse bald wieder aktiv sein soll, etwa während einer kurzen Wartungsseite oder eines saisonalen Angebots. Wird eine dauerhafte Änderung fälschlich mit 302 umgesetzt, behandelt Google die alte Adresse länger als eigenständige Seite und gibt Linkkraft nur zögerlich weiter. Für Domainumzug, Relaunch oder gelöschte Seiten ist 301 in fast allen Fällen der richtige Code.

Wann eine Weiterleitung nötig wird

Vier Situationen kommen bei Handwerks- und Gewerbebetrieben regelmäßig vor:

  • Domainumzug. Der Betrieb wechselt von einer alten auf eine neue Domain, etwa nach einer Umfirmierung oder weil die alte Domain zu einem Agentur-Wechsel gehörte.
  • Relaunch mit neuer URL-Struktur. Seiten bekommen sprechendere Adressen, zum Beispiel von /leistungen.html zu /badsanierung/.
  • Zusammenlegen von Seiten. Zwei ähnliche Leistungsseiten werden zu einer einzigen, ausführlicheren Seite verschmolzen.
  • Löschen einzelner Seiten. Eine Aktion, ein befristetes Angebot oder eine eingestellte Leistung verschwindet dauerhaft von der Website.

In allen vier Fällen gilt dieselbe Grundregel: Jede alte Adresse, die bereits Besucher, Backlinks oder ein Google-Ranking hatte, braucht eine eigene Weiterleitung auf die passende neue Zielseite. Für einen Handwerks- oder Gewerbebetrieb kommt eine Besonderheit hinzu: Neben der eigenen Website verlinken oft auch das Google-Unternehmensprofil, Bewertungsportale und Branchenverzeichnisse auf die alte Adresse. Diese Einträge lassen sich meist nicht sofort ändern, deshalb übernimmt in der Zwischenzeit die Weiterleitung die Aufgabe, jeden dieser Klicks trotzdem an der richtigen Stelle landen zu lassen.

HTTP, HTTPS und www: die vergessenen Varianten

Eine Website ist selten unter nur einer einzigen Adresse erreichbar. Ohne saubere Konfiguration existieren oft vier Varianten parallel: mit und ohne www, per http und per https. Ruft ein Besucher oder ein Backlink http://www.beispiel-betrieb.de auf, während die eigentliche Seite nur unter https://beispiel-betrieb.de läuft, braucht auch dieser Sprung eine 301-Weiterleitung, sonst verteilt sich die Linkkraft auf mehrere technisch unterschiedliche Adressen, die Google als getrennte Seiten wertet. Die gängige Lösung ist eine feste Regel auf Serverebene, die alle vier Varianten automatisch auf eine einzige, bevorzugte Adresse zusammenführt, bevor überhaupt eine der übrigen Weiterleitungsregeln greift. Wer nur die sichtbaren Menüadressen umleitet und diese vier Grundvarianten übersieht, lässt genau die Adressen ungeschützt, die in älteren Backlinks und Verzeichniseinträgen am häufigsten vorkommen.

So richten Sie eine 301-Weiterleitung technisch ein

Welcher Weg passt, hängt vom Hosting und vom eingesetzten System ab.

MethodeWoAufwandTypischer Einsatz
.htaccess-DateiServerwurzel bei Apache-HostingMittel, Zeilen-Syntax nötigEinzelne Seiten, kleine Umzüge
Hosting-Control-PanelVerwaltungsoberfläche des Providers (etwa IONOS, Strato, All-Inkl)Niedrig, EingabemaskeDomainumzug ohne eigenen Serverzugriff
CMS-Plugin (z. B. WordPress)Plugin-Einstellungen im AdminbereichNiedrig, EingabemaskeLaufende Pflege bei häufigen URL-Änderungen
Serverkonfiguration bei Nginxnginx.conf oder Vhost-DateiHoch, Serverzugriff nötigGrößere Migrationen mit vielen Regeln

Für eine einzelne .htaccess-Weiterleitung genügt eine Zeile nach diesem Muster:

Redirect 301 /alte-seite/ https://www.beispiel-betrieb.de/neue-seite/

Bei einem kompletten Domainumzug reicht eine solche Einzelregel selten aus. Hier braucht es entweder eine Wildcard-Regel, die alle alten Pfade eins zu eins auf die gleichen Pfade der neuen Domain spiegelt, oder eine Tabelle mit alter und neuer Adresse für jede einzelne Seite, wenn sich die URL-Struktur beim Umzug zusätzlich ändert. Wer die Website über Mr.Site betreiben lässt, muss diese Zuordnung nicht selbst pflegen, das übernimmt die laufende Website-Betreuung als Teil des Umzugs.

Die häufigsten Fehler bei Weiterleitungen

  • Weiterleitungsketten. Adresse A zeigt auf B, B zeigt auf C, statt direkt A auf C zu leiten. Googlebot folgt einer Kette laut eigener Dokumentation bis zu zehn Sprünge, pro Crawl-Durchlauf oft aber nur etwa fünf, danach bricht der Versuch ab und die Seite gilt als nicht erreichbar. Ketten entstehen meist schleichend, etwa wenn ein Relaunch schon vorhandene Weiterleitungen eines früheren Umzugs stehen lässt, statt sie auf die aktuelle Zieladresse zu aktualisieren.
  • Alles auf die Startseite. Eine gelöschte Leistungsseite landet pauschal auf der Startseite statt auf der passenden Leistungsübersicht. Google stuft eine inhaltlich unpassende Weiterleitung häufig wie eine Soft-404-Meldung ein und gibt dann keine Linkkraft weiter, weil die Zielseite aus Sicht der Suchmaschine keinen erkennbaren Bezug zur ursprünglichen Anfrage mehr hat.
  • Vergessene Adressen aus alten Sitemaps. Wer nur die aktuell sichtbaren Menüpunkte umleitet, übersieht oft Adressen, die noch in alten Sitemaps, E-Mail-Signaturen oder Druckwerbung stehen. Eine kurze Liste der alten Sitemap-URLs vor dem Umzug beugt diesem Fehler zuverlässig vor.
  • Zu frühes Abschalten. Die Weiterleitung wird nach wenigen Wochen entfernt, obwohl Backlinks und Lesezeichen noch lange auf die alte Adresse zeigen. Wer Speicherplatz oder eine ablaufende Domain als Grund zum Abschalten nutzt, verliert damit rückwirkend genau die Linkkraft, die die Weiterleitung eigentlich sichern sollte.

Was mit dem Ranking passiert

Google hat schon 2016 klargestellt, dass eine 301-Weiterleitung selbst keine Linkkraft mehr kostet, sofern Ziel und Ausgangsseite inhaltlich zusammenpassen. Diese Aussage gilt bis heute unverändert und ist die Grundlage dafür, dass ein Domainumzug oder Relaunch das mühsam aufgebaute Ranking nicht automatisch zunichtemacht. In der Praxis braucht die Übernahme trotzdem etwas Zeit: Google muss die neue Adresse erst crawlen, die Weiterleitung bestätigen und die bisherigen Rankingsignale übertragen, das läuft selten über Nacht. Bei einem kompletten Domainumzug hilft das Change-of-Address-Tool in der Google Search Console: Es prüft die Weiterleitung stichprobenartig an den wichtigsten Adressen und markiert den Umzug für ein Fenster von 180 Tagen als aktiv. Wer den Fortschritt beobachten will, findet die passenden Berichte in der Google Search Console, etwa um zu sehen, welche alten Adressen noch Crawling-Anfragen erhalten.

So testen Sie, ob die Weiterleitung funktioniert

  1. Im Browser die alte Adresse direkt aufrufen und prüfen, ob sie automatisch auf die erwartete neue Seite springt, nicht nur auf die Startseite.
  2. Mit einem Terminal-Befehl den tatsächlichen Statuscode prüfen: curl -I https://www.beispiel-betrieb.de/alte-seite/ zeigt in der Antwort eine Zeile mit 301 oder 302.
  3. Ein kostenloses Redirect-Checker-Werkzeug nutzen, wenn kein Terminal zur Hand ist, es zeigt denselben Statuscode grafisch aufbereitet.
  4. Nach der Umstellung eine Woche später erneut prüfen, ob die Weiterleitung noch aktiv ist, gerade nach automatischen Updates von Hosting oder CMS.
  5. Die wichtigsten zehn bis zwanzig Adressen mit dem meisten bisherigen Traffic zuerst testen, danach den Rest der Liste stichprobenartig, statt jede einzelne Seite manuell durchzuklicken.

Der nächste Schritt

Eine 301-Weiterleitung ist eine einmalige technische Einstellung, die danach kaum noch Aufmerksamkeit braucht, wenn sie sauber eingerichtet ist. Bei einem Relaunch lohnt es sich, die Entscheidung für oder gegen einen kompletten Neuaufbau vorher zu klären, mehr dazu im Artikel Website-Relaunch oder Neuaufbau. Mr.Site betreut mehrere hundert Unternehmens-Websites und übernimmt Weiterleitungen bei Relaunch, Domainumzug oder Seitenänderungen als Teil der laufenden Betreuung, damit kein Ranking und kein Backlink auf dem Weg verloren geht.