Google hat die Funktion Fragen und Antworten im Unternehmensprofil abgeschaltet. Die Schnittstelle dafür ging bereits am 3. November 2025 offline, die öffentlich sichtbare Fragen-und-Antworten-Ansicht in Profilen und in Maps wurde ab dem 3. Dezember 2025 schrittweise entfernt und ist inzwischen weitgehend verschwunden. Ersatz ist eine KI-gestützte Funktion, die Fragen zu einem Ort in Echtzeit aus Profil, Bewertungen und Website beantwortet, statt einer von Nutzern gepflegten Liste.
Für Handwerksbetriebe, die die Funktion genutzt haben, um häufige Kundenfragen direkt im Profil zu beantworten, bedeutet das zweierlei: Ein bisher genutzter Kontaktpunkt fällt weg, und die Informationen, die dort standen, müssen an anderer Stelle gesichert werden, bevor sie endgültig unsichtbar sind. Dieser Artikel ordnet ein, was genau passiert ist, was mit alten Einträgen geschieht und was Sie jetzt konkret tun sollten.
Die Zeitleiste der Abschaltung
Am 17. September 2025 kündigte Google die Einstellung der Q&A-Programmierschnittstelle für das Unternehmensprofil an. Am 3. November 2025 wurde diese Schnittstelle offiziell abgeschaltet, seitdem können Unternehmen und Drittanbieter-Tools Fragen und Antworten nicht mehr programmatisch lesen oder veröffentlichen. Ab dem 3. Dezember 2025 begann Google, auch die für Kunden sichtbare Fragen-und-Antworten-Oberfläche in Profilen und in Google Maps schrittweise zu entfernen, ein einheitliches Enddatum für alle Profile weltweit nannte Google dabei nicht. Wer heute ein Profil öffnet, findet die frühere Funktion in aller Regel nicht mehr vor.
Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen API und sichtbarer Oberfläche: Die technische Abschaltung war ein einzelner Stichtag, das Verschwinden aus der Nutzeransicht ein gestaffelter Rollout über mehrere Wochen. Das erklärt, warum manche Betriebe die Funktion noch länger in ihrem Profil sahen, während sie bei anderen schon Anfang Dezember weg war.
Warum Google die Funktion eingestellt hat
Als offiziellen Grund nennt Google, dass die Fragen-und-Antworten-Ansicht mit der Zeit unübersichtlich geworden sei. Je länger ein Profil bestand, desto mehr Fragen sammelten sich an, und für Kunden wurde es schwerer, unter vielen älteren Einträgen eine aktuelle, konkrete Antwort zu finden. Google begründet den Schritt damit, die Nutzererfahrung an dieser Stelle grundlegend zu überarbeiten, statt die bestehende Liste weiter wachsen zu lassen.
Unabhängig von dieser offiziellen Begründung berichten Branchenbeobachter und Agenturen seit Längerem von praktischen Problemen mit dem alten Format: Weil jeder angemeldete Nutzer Fragen stellen und beantworten konnte, landeten häufig falsche Antworten von wohlmeinenden, aber uninformierten Fremden im Profil, vereinzelt auch gezielt irreführende Antworten von Wettbewerbern. Zusätzlich ließen sich Fragen nachträglich bearbeiten, nachdem ein Unternehmen bereits geantwortet hatte, wodurch die ursprünglich passende Antwort plötzlich zu einer ganz anderen Frage stand. Ob diese Probleme der eigentliche Auslöser waren oder nur ein Symptom der von Google genannten Unübersichtlichkeit, lässt sich von außen nicht abschließend trennen, beide Erklärungen widersprechen sich aber nicht.
Was mit bestehenden Fragen und Antworten passiert
Hier lohnt sich eine genaue Unterscheidung. Bis zur Abschaltung der Schnittstelle am 3. November 2025 ließen sich vorhandene Fragen und Antworten noch über die API auslesen und exportieren. Google teilte im eigenen Unternehmensprofil-Forum mit, dass bestehende Fragen zunächst erhalten bleiben und Inhaber sie in der Übergangsphase weiterhin beantworten konnten. Die öffentliche Darstellung wurde davon unabhängig schrittweise verändert, sodass ältere Einträge je nach Profil, Oberfläche und Rollout-Stand für Kunden inzwischen nicht mehr sichtbar sind.
Praktisch heißt das: Ein alter Eintrag ist nicht zwangsläufig an einem festen Stichtag gelöscht worden, eine dauerhafte öffentliche Sichtbarkeit ist aber ebenso wenig garantiert. Wer in der Fragen-und-Antworten-Sektion wichtige Informationen stehen hatte, etwa zu Anfahrt, Notdienstzeiten oder Zahlungsarten, sollte diese Inhalte nicht mehr dort suchen, sondern aktiv an anderer Stelle im Profil und auf der eigenen Website nachtragen.
Ask Maps: die KI-gestützte Ersatzfunktion
Anstelle der klassischen Fragen-und-Antworten-Liste führt Google eine KI-gestützte Funktion ein, die in verfügbaren Hinweisen sowohl als Ask Maps als auch als Ask about this place bezeichnet wird, eine einheitliche Bezeichnung hat sich bislang nicht durchgesetzt. Nutzer können in Google Maps in Echtzeit eine Frage zu einem Ort stellen, Google generiert die Antwort automatisch aus verfügbaren Informationsquellen, unter anderem aus dem Unternehmensprofil, aus Bewertungen und aus weiteren im Web auffindbaren Inhalten wie der eigenen Website.
Wichtig für die Einordnung: Ask Maps ist keine neue Verwaltungsoberfläche, über die Sie als Unternehmen wieder eine eigene Fragen-und-Antworten-Sammlung pflegen. Es handelt sich um eine google-seitige, generative Funktion, die eine Antwort aus vorhandenen Daten zusammenstellt, ohne dass Sie einzelne Frage-Antwort-Paare selbst formulieren oder freigeben. Die Ausspielung variiert je nach Land, Gerät und Profil, seit August 2026 testet Google zusätzlich ein überarbeitetes Format dieser Funktion.
Was Handwerksbetriebe jetzt konkret tun sollten
Auch ohne eigene Fragen-und-Antworten-Verwaltung lässt sich beeinflussen, wie gut eine KI-gestützte Antwort über den eigenen Betrieb ausfällt. Die folgende Checkliste bündelt die wichtigsten Schritte:
| Schritt | Warum es zählt |
|---|---|
| Leistungsbeschreibung und Attribute im Profil vollständig pflegen | Ask Maps zieht Antworten unter anderem aus diesen Profilfeldern, veraltete Angaben tauchen sonst in generierten Antworten auf |
| Häufige Kundenfragen als echten FAQ-Bereich auf der eigenen Website anlegen | Bleibt dauerhaft unter eigener Kontrolle, anders als die abgeschaltete Profilfunktion, und dient KI-Antwortmaschinen als lesbare Quelle |
| Bewertungen aktiv einholen und beantworten | Fließt laut Google ebenfalls in die generierten Antworten ein, unbeantwortete oder wenige Bewertungen liefern weniger verlässlichen Kontext |
| Alte, noch sichtbare Fragen-und-Antworten-Einträge sichern | Inhalte, die nirgendwo sonst dokumentiert sind, können ohne Vorwarnung aus der öffentlichen Ansicht verschwinden |
Der zweite Punkt trägt am weitesten: Eine gepflegte FAQ-Seite auf der eigenen Website ersetzt die abgeschaltete Profilfunktion nicht eins zu eins, bleibt aber, anders als ein Google-Profilfeld, vollständig in eigener Hand und lässt sich mit FAQ-Markup zusätzlich maschinenlesbar auszeichnen. Dass Google seit dem 7. Mai 2026 keine FAQ-Rich-Snippets mehr in den klassischen Suchergebnissen anzeigt, ändert daran wenig, denn KI-Antwortmaschinen und Funktionen wie Ask Maps werten strukturierte Frage-Antwort-Inhalte unabhängig von der optischen Darstellung in der Suche weiter aus.
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar: Ein Heizungsbaubetrieb, der bisher über die Profilfunktion beantwortet hat, ob er auch samstags Notdienste übernimmt, verliert mit der Abschaltung genau diese Antwort aus dem Profil. Steht dieselbe Information stattdessen als Frage-Antwort-Paar auf einer eigenen Service-Seite, taucht sie sowohl für Kunden auf, die direkt auf die Website kommen, als auch als mögliche Quelle für eine KI-generierte Antwort in Maps oder in einer KI-Suche. Der Betrieb hängt dann nicht mehr davon ab, ob und wie Google eine bestimmte Profilfunktion gerade anbietet.
Was das für die Profilpflege insgesamt bedeutet
Die Abschaltung reiht sich in eine größere Entwicklung ein, die auch andere Profilbereiche betrifft: Google verlässt sich zunehmend auf automatisch zusammengestellte Antworten statt auf einzelne, von Nutzern gepflegte Listen. Für Handwerksbetriebe heißt das praktisch, dass die eigentliche Arbeit sich von “eine Antwort im Profil eintragen” hin zu “die Grundlage für automatisch generierte Antworten sauber halten” verschiebt. Ein unvollständiges Profil oder eine Website ohne klare Antworten auf typische Kundenfragen liefert einer KI-Funktion wie Ask Maps schlicht weniger, woraus sie eine korrekte Antwort bauen kann, mit entsprechend höherem Risiko für veraltete oder ungenaue generierte Antworten.
Einordnung: ein Baustein von mehreren
Die abgeschaltete Fragen-und-Antworten-Funktion war für viele Betriebe ohnehin nur ein Nebenschauplatz im Profil, verglichen mit Kategorie, Öffnungszeiten oder Bewertungen. Der eigentliche Punkt hinter dieser Änderung reicht aber weiter: Google verlagert sichtbar Gewicht von nutzergepflegten Listen hin zu KI-generierten Antworten, die aus mehreren Quellen gleichzeitig gespeist werden. Wer nur auf das Profil selbst setzt, überlässt einer automatisierten Funktion, was aus vorhandenen Daten zusammengestellt wird. Wer zusätzlich eine gepflegte eigene Website mit klaren Antworten auf typische Kundenfragen betreibt, liefert dieser Funktion die besseren Rohdaten und bleibt weniger davon abhängig, was Google gerade anzeigt oder abschaltet.
Mr.Site betreut mehrere hundert Unternehmens-Websites für Handwerks- und Gewerbebetriebe, unter anderem im Rahmen der Website-Betreuung, zu der auch die laufende Pflege solcher Sichtbarkeits-Details gehört. Wie Sie ein Google-Unternehmensprofil von Grund auf sauber anlegen, zeigt Google Unternehmensprofil erstellen, wie Profil und eigene Website inhaltlich zusammenspielen, klärt Google Unternehmensprofil und Website verbinden, und wie KI-Antwortmaschinen Inhalte jenseits der klassischen Google-Suche auswerten, zeigt Generative Engine Optimization für Unternehmen.