Ein Google Unternehmensprofil erstellst du kostenlos unter business.google.com: Du meldest dich mit einem Google-Konto an, trägst Firmennamen, Kategorie, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer und Website ein und bestätigst den Eintrag per Video, Telefonanruf oder Postkarte. Nach der Verifizierung erscheint dein Betrieb in der Google-Suche und auf Google Maps.
Das Profil, früher Google My Business und heute auch Google Business Profil genannt, ist für die meisten Betriebe der erste Kontaktpunkt mit neuen Kunden: Wer nach einem Elektriker, einer Praxis oder einem Restaurant in der Nähe sucht, sieht zuerst die Karteneinträge mit Bewertungen, Öffnungszeiten und Telefonnummer. Ohne Eintrag taucht dein Betrieb dort gar nicht auf, egal wie gut die Website ist. Die folgende Anleitung führt in vier Schritten vom leeren Eintrag zum vollständigen, verifizierten Profil und zeigt am Ende die Fehler, die neue Einträge am häufigsten ausbremsen.
Schritt 1: Eintrag unter business.google.com anlegen
Der Eintrag beginnt unter business.google.com mit einem Google-Konto, das dauerhaft zum Betrieb gehört. Nimm dafür kein privates Konto eines Mitarbeiters, der irgendwann geht, am besten legst du ein eigenes Konto mit der Firmen-Mailadresse an. Nach der Anmeldung gibst du den Firmennamen ein. Häufig schlägt Google an dieser Stelle bereits einen bestehenden, unverwalteten Eintrag vor, den Kunden oder Google selbst angelegt haben. Den übernimmst du dann über „Inhaberschaft beantragen”, statt einen zweiten Eintrag zu erzeugen, denn doppelte Einträge verwässern Bewertungen und Sichtbarkeit.
Danach folgen die Grunddaten: die Kategorie, die deine Hauptleistung am genauesten beschreibt, etwa Elektriker oder Malerbetrieb, dazu Adresse, Telefonnummer und Website. Betriebe ohne Ladengeschäft, die beim Kunden vor Ort arbeiten, wählen statt der Adresse ein Einzugsgebiet, zum Beispiel die eigene Stadt plus Umland. Die Anschrift bleibt dann für Besucher unsichtbar, der Betrieb erscheint trotzdem in der lokalen Suche. Beim Firmennamen gilt: exakt der echte Name, so wie er auf Rechnungen und am Firmenwagen steht.
Schritt 2: Den Eintrag verifizieren
Vor der Freischaltung prüft Google, ob der Betrieb tatsächlich existiert und du berechtigt bist, ihn zu verwalten. Welche Verifizierungswege dir angeboten werden, entscheidet Google je nach Branche, Region und Datenlage, du kannst sie nicht frei auswählen. Üblich sind drei Verfahren: ein Video, in dem du Geschäftsräume, Werkzeug, Warenbestand oder das beschriftete Firmenfahrzeug zeigst, ein Telefonanruf mit Bestätigungscode oder die klassische Postkarte mit Code an die Geschäftsadresse. Die Videoprüfung ist inzwischen der häufigste Weg, gerade bei Betrieben mit Einzugsgebiet statt Ladengeschäft.
Per Video oder Telefon ist die Prüfung oft innerhalb weniger Tage erledigt, die Postkarte braucht laut Google bis zu 14 Tage. Erst nach erfolgreicher Verifizierung erscheinen deine Angaben vollständig in der Suche und du kannst auf Bewertungen antworten, Fotos hochladen und Beiträge veröffentlichen. Plane diesen Puffer ein, wenn der Eintrag zu einem bestimmten Termin stehen soll, etwa zur Eröffnung.
Schritt 3: Profil vervollständigen
Ein verifizierter Eintrag mit leeren Feldern bringt wenig, denn Google bevorzugt im lokalen Suchergebnis vollständige Profile, und Kunden entscheiden anhand der Details, wen sie anrufen. Trag zuerst die Öffnungszeiten ein, inklusive abweichender Zeiten an Feiertagen, denn falsche Öffnungszeiten sind einer der häufigsten Gründe für verärgerte Erstkontakte. Danach folgt der Bereich Leistungen: Dort listest du die einzelnen Angebote deines Betriebs auf, etwa Wallbox-Installation, Sicherungskasten-Erneuerung oder Altbau-Elektrik, jeweils mit kurzer Beschreibung. Die Unternehmensbeschreibung bietet bis zu 750 Zeichen Platz für das, was deinen Betrieb ausmacht: Leistungsschwerpunkte, Einzugsgebiet, Besonderheiten wie Notdienst oder Meisterbetrieb.
Fotos sind der Teil, den Betriebe am häufigsten auslassen, obwohl Kunden sie zuerst ansehen. Sinnvoll sind echte Aufnahmen aus dem Betrieb: Team, Fahrzeuge, abgeschlossene Projekte, Geschäftsräume. Aktualisiere den Bestand ein paar Mal im Jahr, ein Profil mit Fotos von vor fünf Jahren wirkt verlassen.
Schritt 4: Erste Bewertungen sammeln
Bewertungen entscheiden mit darüber, ob dein Eintrag im lokalen Suchergebnis auftaucht und ob Kunden ihm vertrauen. Für den Start reicht ein einfacher Prozess: Nach jedem abgeschlossenen Auftrag bittest du zufriedene Kunden persönlich oder per Nachricht um eine Bewertung und schickst ihnen den direkten Bewertungslink mit, den du im Profil-Dashboard unter „Um Rezensionen bitten” findest. Der Link führt ohne Umwege zum Bewertungsformular, das senkt die Hürde deutlich gegenüber der Bitte, den Betrieb selbst zu suchen.
Genauso wichtig: Antworte auf jede Bewertung, auch auf kritische. Sichtbare, sachliche Antworten zeigen künftigen Kunden, dass hinter dem Eintrag jemand erreichbar ist. Finger weg dagegen von gekauften oder mit Gutscheinen belohnten Bewertungen: Beides verstößt gegen die Google-Richtlinien, Google filtert auffällige Muster zunehmend automatisch heraus und kann das Profil im Ernstfall sperren. Ein langsam, dafür echt gewachsener Bewertungsbestand trägt weiter als ein schneller künstlicher.
Was der Eintrag kostet
Das Google Unternehmensprofil ist vollständig kostenlos, von der Anmeldung über die Verifizierung bis zu Fotos, Beiträgen und der Bewertungsfunktion. Anbieter, die am Telefon Geld für die „Eintragung bei Google” verlangen, verkaufen dir einen Arbeitsschritt, den du selbst in unter einer Stunde erledigst. Kosten entstehen erst, wenn du zusätzlich Google-Ads-Anzeigen schaltest, um über das organische Suchergebnis hinaus sichtbar zu sein. Das ist freiwillig und für den Eintrag selbst keine Voraussetzung.
Typische Fehler beim Erstellen
Drei Fehler tauchen bei neuen Einträgen immer wieder auf und lassen sich alle vermeiden:
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Zweiten Eintrag anlegen, obwohl ein unverwalteter existiert | Bewertungen und Signale verteilen sich auf zwei Profile | Bestehenden Eintrag über „Inhaberschaft beantragen” übernehmen |
| Keywords im Firmennamen („Müller Elektro Notdienst 24h günstig”) | Verstoß gegen die Google-Richtlinien, Risiko der Sperrung | Exakter Firmenname, Leistungen in die dafür vorgesehenen Felder |
| Gekaufte oder incentivierte Bewertungen | Verstoß gegen die Richtlinien, Filterung oder Profilsperrung | Echte Kunden nach dem Auftrag um Bewertungen bitten |
Der Keyword-Trick im Firmennamen wirkt verlockend, weil er kurzfristig tatsächlich Rankings verschieben kann. Google räumt bei Meldungen durch Wettbewerber aber konsequent auf, und ein gesperrtes Profil kostet mehr Sichtbarkeit, als der Trick je gebracht hat.
Nach der Freischaltung: Profil und Website verbinden
Mit dem verifizierten Eintrag ist die halbe Arbeit erledigt. Die andere Hälfte ist die Website dahinter, denn das Profil deckt vor allem die Suche nach deinem Firmennamen ab, während Suchanfragen nach konkreten Leistungen eine Seite brauchen, die diese Leistungen einzeln beschreibt. Wie du Profil und Website verbindest und was die Verknüpfung fürs lokale Ranking bringt, behandelt ein eigener Artikel. Hat dein Betrieb noch keine eigene Seite, zeigt die Website für Handwerker, wie du zu einer fertigen Website kommst, ohne selbst zu bauen. Und ob eine bestehende Website die Angaben aus deinem neuen Profil stützt, prüfst du in wenigen Minuten mit dem Website-Check.