Beiträge im Google Unternehmensprofil sind kurze Text-Bild-Meldungen, die direkt in der Google Suche und auf Google Maps neben Ihrem Eintrag erscheinen. Sie kosten nichts, brauchen keine eigene Software und sind in wenigen Minuten veröffentlicht. Für Handwerksbetriebe lohnt sich die Funktion vor allem dann, wenn sie nicht als einmalige Pflichtübung, sondern als laufender Kanal für Aktionen, Projektfotos und saisonale Hinweise genutzt wird.
Was ein Beitrag im Unternehmensprofil überhaupt ist
Google unterscheidet drei Beitragstypen: Aktuelles, Angebot und Veranstaltung. Alle drei bestehen aus einem kurzen Text, optional einem Foto oder Video und einer Schaltfläche, die auf eine Webseite, eine Telefonnummer oder ein Formular führen kann. Sichtbar werden Beiträge an zwei Stellen: auf Mobilgeräten im Reiter “Aktuelle Informationen” beziehungsweise “Übersicht” des Profils, auf Desktop-Geräten im Bereich “Vom Inhaber”. Beides taucht sowohl in der Google Suche als auch auf Google Maps auf, direkt neben Bewertungen, Fotos und Öffnungszeiten.
Die drei Beitragstypen im Unterschied
| Typ | Wofür geeignet | Besonderheit |
|---|---|---|
| Aktuelles | Neuigkeiten, Projektabschlüsse, allgemeine Hinweise | Frei wählbarer Button-Text, kein Pflichtdatum |
| Angebot | Rabattaktionen, Saisonpreise, befristete Leistungen | Titel, Start- und Enddatum sowie Uhrzeit erforderlich, Button “Angebot ansehen” wird automatisch gesetzt |
| Veranstaltung | Tag der offenen Tür, Messeauftritt, Info-Abend | Start- und Enddatum Pflicht, ohne Uhrzeitangabe läuft die Veranstaltung ganztägig |
Für einen Handwerksbetrieb deckt der Typ Aktuelles die meisten Fälle ab: ein fertiggestelltes Bad, die Einstellung eines neuen Gesellen, ein Hinweis auf den Winterdienst. Angebot und Veranstaltung lohnen sich für zeitlich klar begrenzte Anlässe, etwa eine Frühjahrsaktion auf Dachrinnenreinigung oder einen Tag der offenen Werkstatt.
Wie lange ein Beitrag sichtbar bleibt
Laut Googles eigener Hilfeseite werden Beiträge, die älter als sechs Monate sind, automatisch archiviert, sofern kein eigener Zeitraum angegeben wurde. Das betrifft in der Praxis vor allem Beiträge vom Typ Aktuelles ohne Datumsangabe. Angebote und Veranstaltungen laufen dagegen exakt zum gesetzten Enddatum ab, ein befristeter Rabatt verschwindet also automatisch, sobald die Aktion vorbei ist, ohne dass Sie manuell nachträglich löschen müssen.
Beitrag erstellen: Schritt für Schritt
- Unternehmensprofil unter business.google.com öffnen.
- Im Menü “Beiträge” auf “Beitrag hinzufügen” klicken.
- Beitragstyp wählen: Aktuelles, Angebot oder Veranstaltung.
- Text, Foto oder Video sowie bei Bedarf eine Schaltfläche mit Link ergänzen.
- Bei Angebot und Veranstaltung Titel sowie Start- und Enddatum eintragen.
- Beitrag direkt veröffentlichen oder über “Diesen Beitrag planen” für später vorbereiten.
Ein praktischer Stolperstein: Beiträge, die eine Telefonnummer im Beschreibungstext enthalten, werden von Google unter Umständen automatisch abgelehnt. Wer auf einen Anruf hinweisen will, nutzt stattdessen die Schaltfläche mit hinterlegter Rufnummer statt die Nummer in den Fließtext zu schreiben.
Warum die Funktion manchmal fehlt
Taucht der Menüpunkt “Beiträge” in Ihrem Profil gar nicht erst auf, liegt das laut der offiziellen Google-FAQ in aller Regel an der gewählten Kategorie und nicht an einem technischen Fehler. Für die gängigen Handwerkskategorien wie Elektriker, Dachdeckerbetrieb, Sanitärinstallateur oder Malerbetrieb ist die Funktion grundsätzlich freigeschaltet. Fehlt sie trotzdem, lohnt sich zuerst ein Blick auf die primäre Kategorie, bevor Sie den Google-Support kontaktieren.
Was einen guten Beitrag ausmacht
Ein echtes Foto vom eigenen Betrieb schlägt jedes Stockbild, selbst wenn es handwerklich weniger perfekt belichtet ist: Kunden erkennen den Unterschied zwischen einer gestellten Szene und einer echten Baustelle sofort. Der Text sollte in einem Satz sagen, worum es geht, und in einem zweiten, was die Leserin oder der Leser konkret tun kann, etwa anrufen, ein Angebot einholen oder einen Termin buchen. Ein Beitrag ohne jede Handlungsaufforderung verpufft meist wirkungslos, selbst wenn Foto und Text gut sind. Vermeiden Sie reine Rabattschlachten ohne erkennbaren Anlass, Kundinnen und Kunden merken schnell, wenn ein Angebot nur der Aktivität wegen gepostet wurde.
Praxisbeispiele für Handwerksbetriebe
Ein Elektriker postet nach einem größeren Projekt ein Foto der fertigen Verteilung mit kurzer Beschreibung der Leistung und einem Link zur eigenen Leistungsseite Elektroinstallation. Das kostet fünf Minuten und zeigt gleichzeitig, dass der Betrieb aktiv ist und regelmäßig größere Aufträge abwickelt.
Ein Dachdeckerbetrieb kündigt im März eine befristete Aktion auf Dachrinnenreinigung als Angebot mit festem Start- und Enddatum an. Weil der Beitragstyp Angebot automatisch abläuft, muss niemand daran denken, die Aktion nach Ablauf manuell zu entfernen.
Ein Malerbetrieb lädt über den Beitragstyp Veranstaltung zum Tag der offenen Werkstatt ein und verlinkt die Anmeldeseite auf der eigenen Website statt nur eine Telefonnummer zu nennen, die im Beitragstext ohnehin riskiert, abgelehnt zu werden.
Ein Sanitärbetrieb weist im Winter per Aktuelles-Beitrag auf den eigenen Notdienst hin und verlinkt die entsprechende Leistungsseite. Weil dieser Beitragstyp ohne Datumsangabe erst nach sechs Monaten archiviert wird, bleibt der Hinweis über die gesamte Heizperiode sichtbar, ohne dass er erneut veröffentlicht werden muss.
In allen vier Fällen liefert der Beitrag einen konkreten Anlass statt einer allgemeinen Werbebotschaft, und jeder Beitrag verweist auf eine passende Stelle der eigenen Website statt nur auf das Profil selbst.
Beiträge planen statt vergessen
Die Funktion “Diesen Beitrag planen” erlaubt es, Beiträge Wochen im Voraus vorzubereiten und automatisch zum gewünschten Zeitpunkt veröffentlichen zu lassen. Für Handwerksbetriebe lohnt sich ein einfacher Jahreskalender mit wiederkehrenden Anlässen: Frühjahrscheck vor der Gartensaison, Winterdienst-Hinweis im Herbst, Ausbildungsplatz-Hinweis im Frühsommer, Rückblick auf ein größeres Projekt nach Fertigstellung. Wer diese Anlässe einmal im Jahr durchplant, muss sich nicht mehr jeden Monat neu überlegen, worüber überhaupt gepostet werden könnte, und kommt zuverlässiger auf die empfohlenen zwei bis vier Beiträge im Monat.
Beiträge sind kein Ersatz für Social Media, aber ein einfacherer Einstieg
Anders als ein Instagram- oder Facebook-Profil braucht ein Beitrag im Unternehmensprofil keine eigene Followerschaft, um sichtbar zu werden: Er erscheint direkt bei jeder Suche nach dem Betrieb oder nach der jeweiligen Leistung, unabhängig davon, ob jemand dem Profil “folgt”. Für Betriebe ohne Kapazität für einen eigenen Social-Media-Kanal ist das der niedrigschwelligere Einstieg in regelmäßige, sichtbare Kommunikation, mit deutlich weniger Aufwand als ein gepflegter Instagram-Feed.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist ein Profil mit einem einzigen Beitrag aus der Einrichtungsphase, der seither nie aktualisiert wurde. Ein sichtbar veralteter Beitrag wirkt eher gegen den Betrieb als für ihn, weil er nahelegt, dass sich seit Monaten nichts getan hat. Der zweite Fehler ist reiner Werbetext ohne Bild und ohne konkreten Inhalt, das wird von Nutzern meist übersprungen. Der dritte Fehler ist die bereits erwähnte Telefonnummer im Beschreibungstext, die zur automatischen Ablehnung führen kann. Der vierte Fehler ist eine Aktion vom Typ Aktuelles statt Angebot: Ohne Enddatum bleibt ein längst abgelaufener Rabatt sichtbar, bis er von Hand entfernt wird.
Kein Rankinghebel, aber ein Aktivitätssignal
Beiträge sind kein starker direkter Rankingfaktor. Die Whitespark-Studie Local Search Ranking Factors 2026 ordnet Keywords in Beiträgen in der Gesamtgewichtung weit unten ein, verknüpft regelmäßige Profilaktivität insgesamt aber mit besseren Engagement-Werten wie Klicks und Interaktionen. Der eigentliche Nutzen liegt also weniger im Ranking selbst als darin, dass ein aktiv gepflegtes Profil bei Suchenden eher zum Klick führt als ein Eintrag, der seit einem Jahr unverändert dasteht.
Der nächste Schritt
Beiträge ersetzen keine eigene Website mit ausführlichen Leistungsseiten, sie sind ein schneller Zusatzkanal für Anlässe, die sonst nirgendwo landen würden. Mr.Site betreut mehrere hundert Unternehmens-Websites für Handwerks- und Gewerbebetriebe und pflegt im Rahmen der Website-Betreuung auch solche laufenden Sichtbarkeits-Details mit. Wie Sie ein Profil von Grund auf anlegen, zeigt Google Unternehmensprofil erstellen, welche Kategorie am besten zu Ihrem Gewerk passt, klärt Google Unternehmensprofil: Die richtige Kategorie wählen, und wie Profil und eigene Website inhaltlich zusammenspielen, zeigt Google Unternehmensprofil und Website verbinden.