Interne Verlinkung bedeutet, Seiten der eigenen Website im Fließtext gezielt untereinander zu verlinken, etwa von einer Leistungsseite zu einem passenden Magazinartikel oder von einem Ratgebertext zurück zur Preisseite. Google nutzt diese Links, um neue Seiten überhaupt zu finden und um einzuschätzen, welche Seiten fachlich zusammengehören. Für einen Handwerksbetrieb mit einer überschaubaren Website reichen dafür wenige, klar gesetzte Links pro Seite, eine feste Mindest- oder Höchstzahl gibt Google dazu nicht vor.

Googlebot findet neue Seiten größtenteils über Links, entweder von außen oder von innerhalb der eigenen Website. Laut der offiziellen Google-Dokumentation zu Linkstruktur und Crawling sollte jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite der Website aus verlinkt sein. Eine neue Leistungsseite, auf die nirgendwo im Menü, im Fließtext oder in einem Magazinartikel verwiesen wird, bleibt für Google schwerer auffindbar, selbst wenn sie in der Sitemap steht, wie im Artikel zum Sitemap erstellen und einreichen beschrieben. Neben dem reinen Auffinden liest Google aus internen Links auch eine Art Gewichtung heraus: Seiten, die von vielen anderen relevanten Seiten der eigenen Website verlinkt werden, gelten tendenziell als wichtiger als Seiten, die nur über einen einzigen Link in der Fußzeile erreichbar sind.

Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Google verwendet ihn laut eigener Dokumentation, um einzuschätzen, worum es auf der Zielseite geht, unabhängig davon, was auf der Zielseite selbst steht. Ein Link mit dem Text „Website-Betreuung im Abo” liefert damit ein klareres Signal als derselbe Link mit dem Text „hier klicken” oder „mehr erfahren”. Für einen Handwerksbetrieb heißt das konkret: Verweist ein Artikel über Ladezeiten auf die Leistungsseite zur Website-Betreuung, sollte der Linktext den Inhalt der Zielseite benennen, etwa „laufende Website-Betreuung”, statt eines nichtssagenden Verbs. Google warnt in derselben Dokumentation gleichzeitig davor, denselben exakten Ankertext auf jeder einzelnen Seite zu wiederholen oder Keywords in den Linktext zu pressen, die dort nicht natürlich hineingehören. Zwei bis drei sinnvolle Varianten für denselben Zielartikel reichen meist aus.

Nicht jeder klickbare Text auf einer Website zählt für Google auch als Link. Laut Google-Dokumentation zu crawlbaren Links erkennt Googlebot zuverlässig nur echte HTML-Links mit einem <a>-Element und einem href-Attribut, das auf eine URL zeigt. Ein Button, der per JavaScript-Klickereignis auf eine andere Seite weiterleitet, ohne dass im Quelltext ein href steht, wird von Google in vielen Fällen gar nicht als Link erkannt und trägt entsprechend nichts zur internen Verlinkung bei. Dasselbe gilt für reinen Text, der wie eine Adresse aussieht, etwa „mehr unter mr-site.com/preise”, aber nicht als klickbarer Link ausgezeichnet ist. Wer Inhalte über einen Baukasten oder ein individuell gebautes Frontend pflegt, sollte bei wichtigen internen Verweisen deshalb stichprobenartig in den Quelltext schauen und prüfen, ob dort tatsächlich ein <a href="..."> steht, statt sich auf die optische Darstellung als Link zu verlassen.

Ein zweiter, oft übersehener Punkt betrifft das Attribut rel="nofollow". Google reserviert dieses Attribut laut eigener Dokumentation für Links zu Quellen, denen eine Website nicht vertraut, etwa nutzergenerierte Kommentare oder gesponserte Inhalte, nicht für Links innerhalb der eigenen Website. Ein SEO-Plugin oder eine unbedacht kopierte Grundeinstellung, die pauschal alle Links mit nofollow versieht, entzieht damit versehentlich der eigenen internen Verlinkung genau das Signal, das sie eigentlich liefern soll. Ein kurzer Blick in die Linkeinstellungen des verwendeten Systems lohnt sich, falls interne Links trotz sauberer Struktur in der Search Console nicht wie erwartet wirken.

Struktur vor Linkmenge: Themen bündeln statt wahllos verweisen

Eine Website, die nach Themen geordnet ist, lässt sich leichter sinnvoll verlinken als eine Ansammlung einzelner Seiten ohne erkennbaren Zusammenhang. In der SEO-Praxis hat sich dafür ein einfaches Muster bewährt: Eine Leistungsseite oder ein zentraler Ratgeberartikel bildet den Ausgangspunkt, mehrere thematisch passende Magazinartikel verlinken auf diese Seite zurück und untereinander. Ein Betrieb, der etwa lokales SEO als Schwerpunkt hat, kann seinen Artikel zu lokalem SEO für Handwerksbetriebe mit tiefergehenden Einzelartikeln zu Backlinks, Google-Unternehmensprofil oder Bewertungsportalen verlinken, während diese wiederum auf den übergeordneten Artikel zurückverweisen. Das Ergebnis ist ein Netz aus wenigen, aber gezielten Verbindungen statt einer zufälligen Streuung von Links quer über die ganze Website.

Die häufigsten Fehler bei kleinen Firmenwebsites

Der häufigste Fehler ist die verwaiste Seite: eine Leistungsseite oder ein älterer Magazinartikel, auf den zwar die Sitemap verweist, den aber kein anderer Text mehr verlinkt, oft ein Überbleibsel nach einem Relaunch oder einer Umstrukturierung des Menüs. Google findet solche Seiten seltener und stuft sie tendenziell als weniger wichtig ein, weil kein anderer Teil der Website auf sie verweist.

Der zweite Fehler ist der generische Ankertext über die ganze Website hinweg. „Hier klicken” oder „mehr dazu” liefert weder Besuchern noch Google einen Hinweis darauf, was auf der Zielseite wartet, und verschenkt genau das Signal, das ein beschreibender Linktext liefern würde.

Der dritte Fehler ist ein zu tiefer Klickpfad. Liegt eine wichtige Leistungsseite erst nach vier oder fünf Klicks ab der Startseite, verlieren sowohl Besucher als auch Googlebot unterwegs die Motivation, bis dorthin zu folgen. Für die meisten Handwerksbetriebe reicht eine flache Struktur, in der jede zentrale Leistungsseite direkt über das Hauptmenü und zusätzlich aus mindestens einem passenden Magazinartikel erreichbar ist.

Der vierte Fehler betrifft ältere Blogartikel, die nie aktualisiert und nie neu verlinkt werden. Wie im Artikel zum regelmäßigen Aktualisieren von Website-Inhalten beschrieben, verlieren solche Seiten mit der Zeit an Relevanz. Ein frischer Artikel zu einem verwandten Thema ist der einfachste Anlass, ältere Texte erneut zu verlinken und ihnen so wieder etwas Aufmerksamkeit im internen Netz zu geben.

Beispiel für eine einfache Linkstruktur

SeitentypVerlinkt aufTypischer Ankertext
StartseiteZentrale Leistungsseiten, PreisseiteName der Leistung, z. B. „Website im Abo”
LeistungsseitePassende Magazinartikel, KontaktseiteKonkrete Fragestellung des Artikels
MagazinartikelÜbergeordnete Leistungsseite, 1 bis 2 verwandte ArtikelName der Leistung oder Thema des Nachbarartikels
KontaktseiteKeine ausgehenden Links notwendigNicht zutreffend

Diese Grundstruktur deckt die meisten Firmenwebsites ab, ohne dass eine eigene SEO-Software für die Verwaltung nötig wird. Wichtig ist vor allem, dass neue Magazinartikel von Anfang an mit mindestens einer bestehenden Seite verlinkt sind, statt als isolierte, unverlinkte Veröffentlichung im Content-Verzeichnis zu landen.

Eine Brotkrümel-Navigation am Kopf einer Unterseite, etwa „Startseite / Magazin / Interne Verlinkung”, liefert einen zusätzlichen, immer gleich aufgebauten internen Link zurück zu den übergeordneten Seiten. Für Handwerksbetriebe mit wenigen Kategorien lohnt sich der zusätzliche Aufwand meist nicht, sinnvoll wird eine Brotkrümel-Navigation eher, sobald das Magazin selbst in mehrere Rubriken wie Recht, Sichtbarkeit und Technik unterteilt ist und Besucher zwischen diesen Rubriken wechseln sollen.

Praxis-Checkliste zum Selbst-Audit

  1. Jede zentrale Leistungsseite ist über das Hauptmenü und aus mindestens einem Magazinartikel erreichbar.
  2. Kein Ankertext lautet durchgängig „hier klicken” oder „mehr erfahren”.
  3. Neue Artikel verlinken beim Veröffentlichen sofort auf mindestens eine bestehende, thematisch passende Seite.
  4. Ältere Artikel zum gleichen Thema werden bei neuen Veröffentlichungen als Nachbarn ergänzt.
  5. Stichprobenartig ein Dutzend älterer URLs prüfen: Taucht die Adresse noch in mindestens einem Fließtext auf, oder nur in der Sitemap?

Nächster Schritt

Interne Verlinkung lässt sich mit wenig Aufwand selbst pflegen, sobald neue Inhalte konsequent mit bestehenden Seiten verbunden werden, eine nachträgliche Aufräumaktion über eine gewachsene Website mit hundert Seiten ist dagegen deutlich aufwendiger. Mr.Site betreut mehrere hundert Unternehmens-Websites und prüft Linkstruktur, Ankertexte und verwaiste Seiten im Rahmen der Website-Betreuung laufend mit, damit neue Leistungsseiten nicht isoliert im Content-Verzeichnis liegen bleiben.